Ein Hafen mit zwei Seiten
König Christian V. ließ den Stichkanal 1671-73 graben. Die Wasserstraße sollte den Hafen mit dem Zentrum verbinden, sodass die Segelschiffe mitten in der Stadt festmachen und gelöscht werden konnten. Nyhavn hat heute wie damals seine zwei Seiten: die sonnige, damals sündige mit den farbigen Häusern, und die schattige, anständige, wo wenig los ist.
Das verruchte Kiezmilieu werden Sie heute vergeblich suchen, auch wenn im Sommer im Neuen Hafen historische Segler festmachen. Nyhavn ist heute eine Kneipen- und Restaurantmeile mit mehrsprachigen Speisekarten und Touristenmenüs. Sind alle Stühle besetzt, ist immer noch ein Platz auf der Kaimauer frei. Das Bier darf man dorthin mitnehmen - und dann in Ruhe den wunderbaren Blick auf die Boote im Hafen und auf die bunten Fassaden der Häuser genießen. Auffällig ist das kleine blaue Haus Nyhavn Nr. 9 mit der Jahreszahl 1681. Hier wohnte nicht, wie oft behauptet, der Dichter Hans Christian Andersen, dieses Haus gehörte wahrscheinlich dem Hafenmeister. Es ist in Form und Größe genau der Haustyp, der das Kopenhagener Stadtbild vor dem Brand 1728 prägte. Übrigens: Andersen wohnte in den Häusern Nr. 18, 20, 67 und 69.


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