Kölns Wahrzeichen wurde längst in den Status eines Weltkulturerbes erhoben
Am Anfang standen die Reliquien der Heiligen Drei Könige. 1164 gelangten sie von Mailand nach Köln, wo man für sie einen goldenen Schrein anfertigte. Die Frage nach der größeren Verpackung war damit aber noch nicht beantwortet – an ihrer Lösung wurde eher nicht gespart. Die heiligen Gebeine bekamen eine ganze Kathedrale als angemessene Behausung, und was für eine: Zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung galt der Kölner Dom als höchstes Gebäude der Welt, bis heute rangiert er unter den größten und beeindruckendsten Sakralbauten Europas.
Mehr als sechs Jahrhunderte dauerte die Errichtung der fünfschiffigen gotischen Paradekathedrale. Im Prinzip wird an ihr bis heute (in Form von Restaurierung und Konservierung) weitergebaut. 1248 erfolgte die Grundsteinlegung des wahnwitzigen Projekts, Mitte des 16. Jahrhunderts ging der Stadt das Geld aus, die Bauarbeiten wurden eingestellt. Über dreihundert Jahre stand die Kirche ohne Mittelteil und mit Turmstümpfen im Zentrum der Rheinmetropole. Die Gotikbegeisterung des 19. Jahrhunderts brachte den Kölner Dom wieder auf den Plan. Alte Fassadenpläne wurden wiederentdeckt, der Dom als Symbol der wiedererstarkten Deutschen Nation und als preußisches Kulturbollwerk 1880 vollendet.
Der Eintritt in den Dom ist frei, die mystisch leuchtenden Glasfenster sowie viele Kapellen und Sakralkunstwerke können somit auf eigene Faust besichtigt werden. Abgetrennt und nur mit Führung zugänglich ist hingegen der Chorbereich mit dem Dreikönigsschrein (die größte Goldschmiedearbeit des mittelalterlichen Europas). Auch der Domturm kann bestiegen werden – ein Unterfangen, das allerdings kaum unter einer halben Stunde zu bewältigen ist. Über 500 Stufen sei’s gedankt.
Der Platz rund um den Dom nennt sich übrigens Domplatte und wurde Ende der 1960er-Jahre angelegt. Sein karger Beton-Charme bringt vor allem Skater und Punks in Verzückung. Der gemeine Köln-Tourist wird hier mit einem schier unlösbaren Problem konfrontiert, das darin besteht, den Koloss des Kölner Doms als Ganzes aufs Foto zu bannen.
















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