Das Wahrzeichen Berlins erstrahlt in neuem Glanz
Heute steht das Brandenburger Tor zuallererst für die deutsche Wiedervereinigung. In vergangenen Zeiten erhitzte das nostalgische Pflichtfotomotiv jedes Berlin-Ausflugs noch die Gemüter. 1791 nach Plänen des Architekten Carl Gotthard Langhans erbaut, galt das 20 Meter hohe Sandsteintor am Pariser Platz als erstes klassizistisches Bauwerk Berlins. Als solches griff es die Form antiker griechischer Tempel auf – im Speziellen nahm sich Langhans die Propyläen, den Eingang zur Athener Akropolis, zum Vorbild. Naheliegend, dass die berühmte Wagenlenkerin an der Oberseite die griechische Friedensgöttin Eirene darstellt – das Brandenburger Tor war somit kein Triumphtor sondern ein Bekenntnis zu Frieden und Demokratie.
Napoleon hinderte das 1806 keineswegs daran, sich die geflügelte Bronzedame mitsamt ihrem Viergespann (Quadriga) nach Paris zu holen. Sein Sieg gegen die Preußens sollte schließlich gebührende Schmach beinhalten. Die „Retourkutsche“ ließ nicht lange auf sich warten: nach geglückten Befreiungskriegen wurde Eirene wieder auf ihrem angestammten Platz aufgestellt und von Karl Friedrich Schinkel zur Siegesgöttin Viktoria aufgerüstet. Eisernes Kreuz, Lorbeerkranz und preußischer Adler zieren seither – mit Ausnahme der DDR-Zeit – ihren Stab.
Den größten Sieg erlebte das Brandenburger Tor 1989, als die Berliner Mauer fiel. Davor war es 28 Jahre auf ostdeutscher Seite mitten im Sperrgebiet gestanden. Berlins Wahrzeichen sah auch fortan turbulente Zeiten: 1996 stauten sich erstmals die Massen der Loveparade vor dem weit gediehenen Monument, 2006 zehntausende Besucher der Fan-Zone während der Fußball-Heim-WM in Deutschland.
















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