Völkerkunde, Musikinstrumente und Kunsthandwerk unter einem Dach
Drei Sammlungen von Rang vereint das Grassimuseum unter einem Dach: das Museum für Völkerkunde, das Museum für Angewandte Kunst und das Museum für Musikinstrumente. Das Ensemble, 1925-29 errichtet, ist eine der schönsten Anlagen des Art-déco in Deutschland. Die Gebäude im roten Porphyrtuff umschließen zwei Innenhöfe. Viele Fenster mussten weichen, um mehr Stellfläche zu schaffen. Die Gebäude bestechen durch den strengen Formenschmuck (Ananas auf dem Dach) und die klare Gliederung, wurden aber im Krieg stark beschädigt. Seit der Renovierung werden die Sammlungen schrittweise wieder eröffnet. Sehenswert ist besonders die rote Pfeilerhalle. Benannt ist das Museum nach dem Kaufmann Franz Dominic Grassi, der Leipzig ein Millionenerbe vermachte. Auf dem Alten Johannisfriedhof hinter dem Museum erinnern kunstvolle Grabmale an bedeutende Bürger, u.a. an Goethes Freundin Käthchen Schönkopf und seinen Zeichenlehrer Adam Friedrich Oeser. Die Johanniskirche, in der einst Johann Sebastian Bachs Gebeine ruhten, wurde 1943 schwer beschädigt und später abgetragen. Täubchenweg 2 Straßenbahnen 4, 7, 12, 15, Johannisplatz
Museum für Völkerkunde: Anschaulich, kurzweilig und phantasievoll ordnen sich hier die Kunst- und Alltagsobjekte zu einem Panorama der Völker aller Kontinente. Das Tipi, eine Jurte und ein indisches Lehmhaus können auch betreten werden. Das Museum hat den zweitgrößten Bestand in Deutschland und zählt europaweit zu den bedeutendsten völkerkundlichen Sammlungen. Lassen Sie sich am besten von einem der engagierten Kuratoren durch die Ausstellung führen, dann erfahren Sie interessante Details über kulturelle und religiöse Hintergründe und die Herkunft vieler Exponate. Info: http://www.mvl-grassimuseum.de
Musikinstrumentenmuseum: Spezifisch für die Musikstadt Leipzig ist diese Sammlung der Universität, die aus einer Privatsammlung hervorging. Das Museum verfügt über rund 5000 Instrumente und Musikautomaten, viele aus der Bachzeit. Es vermittelt die Geschichte der Instrumentenbaukunst vom ältesten Klavier der Welt bis zur Harfe. Im Klanglabor können Sie z.B. auf einem Plexiglasklavier selbst musizieren. Eintritt 3 Euro
Museum für Angewandte Kunst: Schatzkammern von der Antike bis zur Gegenwart, chinesische und japanische Kunst, Sammlerstücke des Jugendstils, Art déco und Bauhaus gehören zur Sammlung. Immer liegt das Augenmerk auf Raumgestaltung, Möbeln und Hausgerät. Die berühmten Grassimessen, die jedes Jahr im Oktober stattfinden, wurden 1927 aus der Taufe gehoben. Im noch unfertigen Museum versammelte sich damals die kunsthandwerkliche Avantgarde aus ganz Europa. Der erste Rundgang „Antike bis Historismus“ in 30 Räumen wurde 2007 eröffnet, der zweite, „Asiatische Kunst“, öffnet voraussichtlich 2008. ...




