Der größte aktive Vulkan Europas
33 km von Catania entfernt liegt Europas größter Vulkan. Der Ätna (3369 m) ist der Herrscher Siziliens, bei klarem Wetter ist er auch von Westsizilien aus zu sehen. Von seiner Innersizilien zugekehrten Seite zeigt er sich als kahler Riese, gelb verbrannt. Nur im Frühjahr wird er hellgrün vom frischen Gras; seine Schneekappe taut aber auch im Sommer nicht immer ab.
Für die Ätna-Südseite sind Nicolosi, Trecastagni und Zafferana Etnea die besten Ausgangsorte. Von dort sind es noch 20 km bis Rifugio Sapienza (1881 m), wo die Asphaltstraßen und auch die Buslinie von Catania und Nicolosi enden (Abfahrt Catania/Bahnhofsplatz tgl. 8.15 Uhr, Nicolosi 9 Uhr, Rückfahrt ab Rifugio Sapienza 16.30 Uhr). Das Rifugio Sapienza (25 Zi. €) wurde 2002 von der Lava stark beschädigt und ist nun renoviert. 500 m weiter liegt das komfortablere Hotel Corsaro (20 Zi. €€). Hier beginnt die Seilbahn, deren Bergstation auf 2500 m liegt. Auf den Pisten verkehren geländegängige Kleinbusse bis Torre del Filosofo (2919 m), Hin- und Rückfahrt mit Führung kosten 55 Euro.
Führer in die Gipfelregion finden Sie an der Talstation der Seilbahn, Wegmarkierungen gibt es nicht. Touren auf eigene Faust sind nur bis Torre del Filosofo erlaubt und gefährlich, besonders bei Ausbrüchen und plötzlich aufziehendem Nebel. Flüssige Lava hat Temperaturen von 800-1500 Grad! Vulkanbomben fliegen mit Überschallgeschwindigkeit und wiegen von 5 kg bis über 1000 kg. Ihre Nahaufnahmen machen Sie besser mit dem Tele. Die Absperrungen sollen Sie nicht von Urlaubserlebnissen mit Nervenkitzel abhalten, sondern Sie vor lebensgefährlichen Situationen bewahren.
Die Ausbrüche seit 2001 und 2006 waren die schwersten seit Jahrzehnten. Sie haben nicht nur die weit oben liegende Landschaft völlig verändert. Die Lava floss bis weit hinunter in dicht besiedelte Gebiete und kam erst wenige Kilometer vor Nicolosi, Pedara, Zafferana und Milo zum Stehen, zerstörte Häuser, Straßen, Wälder und Felder. Piano Provenzana und Rifugio Sapienza sind die beiden Hauptausgangspunkte für Touren auf den Vulkangipfel. Informieren Sie sich beim Büro der Bergführer in Nicolosi (Tel. 0957971455) oder Linguaglossa (Tel. 0957774502) und bei der Ätnaseilbahn (Tel. 095914141). Aktuelle Informationen über die Ätnaregion finden Sie im Internet u. a. unter http://www.ct.ingv.it http://www.etnaguide.com und http://www.siciltrek.ch. Unbedingt Winterkleidung und Bergschuhe anziehen! Und früh aufstehen - später am Tag liegt der Gipfel oft in Wolken. Wandersaison ist von Mitte Mai bis Ende Oktober.
Auf dem Weg zu den Gipfelkratern sehen Sie breite, frische Lavafelder, die sich über den Wald, die Felder und Gärten ergossen haben. Nach wenigen Jahren der Verwitterung verändert sich die Oberfläche der Lava von Tiefschwarz zu mattem Grau, die ersten Pionierpflanzen wurzeln. Nach 20 Jahren breitet sich der Ginster aus, dessen gelbe Blütenmeere im Frühsommer zusammen mit der schwarzen Erde die Hauptfarben des Vulkanbereichs sind. Wälder, meist aus Bergkiefern und Edelkastanien, herrschen vor, und oberhalb von 1800 m beginnt die Zone, in der sich inmitten der vulkanischen Wüste nur noch flache Polster von Sträuchern oder Kräutern behaupten können.
Nicolosi ist im Süden Basisort für Exkursionen. 1 km oberhalb des Orts gibt es in der Pineta der Monti Rossi (Krater von 1669) gekennzeichnete Wanderwege. Auskunft über Straßenverhältnisse, Seilbahn, Schutzhütten, geführte Wanderungen: SITAS (Piazza Vittorio Emanuele 45 http://www.funiviaetna.com); AAST (http://www.aast-nicolosi.it). Büro des Ätna-Naturparks: Via del Convento 45 http://www.parcoetna.it. Unterkunft: Jugendherberge (24 Betten Via della Quercia 7...



