Made in Greece
In der Pláka, der Altstadt von Athen, häuft sich in Hunderten von Geschäften die immer gleiche, einfallslose Massenware. Hier findet man manchmal preiswerte, zumeist aber einfach nur billige und selten pfiffige Souvenirs aller Art.
Meist sind sie von mangelhafter Qualität, manchmal sogar ausgesprochen geschmacklos. Da hängen Postkarten und Kalender, die es anderswo nur in Sexshops gibt, wie selbstverständlich neben Ikonen und Kinderspielzeug auf offener Straße; da präsentieren Sweat- und T-Shirts selten humorvolle, dafür meist eher unsinnige Aufschriften. Massenweise werden der Antike nachempfundene Fresken und Skulpturen angeboten, die jeder Kitschsammlung zur Ehre gereichen.
Aber selbst in der Pláka findet man Kaufenswertes. So manches Geschäft führt gute Erzeugnisse des griechischen Kunsthandwerks, vor allem Stickereien und Webarbeiten; manchem gefallen wohl auch die oft noch wirklich handgemachten Kopien antiker Vasen oder Poster mit naiver griechischer Malerei. Nahe der orthodoxen Kathedrale, der Mitrópolis, kaufen auch Griechen neue Ikonen ein. In einigen Antiquitätengeschäften ist durchaus Ansprechendes aus den letzten rund 100 Jahren und hübscher Trödel zu finden. Alte Schattenspielfiguren gehören ebenso dazu wie alte Porzellanteller mit den Porträts griechischer Könige und Königinnen.
Das Einkaufszentrum der Einheimischen ist freilich nicht die Pláka, sondern seit Langem schon das Dreieck zwischen Síntagma-, Omónia- und Monastiráki-Platz. In den 1990er-Jahren wurden mehrere Hauptstraßen in diesem Gebiet zu Fußgängerzonen ausgebaut, seitdem erleben sie einen wahren Boom. Stellenweise ist noch das frühere mittelalterliche und orientalische Basarsystem erkennbar, bei dem Läden mit gleichem Angebot unmittelbar nebeneinander ansiedelt wurden. Immer stärker aber dringen Ladenketten und Dependancen internationaler Handelsunternehmen in das Viertel ein, besonders die Ermoú-Straße ist zu einem Shoppingcenter mit den weltweit überall präsenten Adressen geworden.
Interessante Fußgängerstraßen für den Einkauf sind auch die Odós Evangelístrias und die Odós Agíou Márkou. Schön sind ebenfalls die alten, jetzt teilweise renovierten Einkaufspassagen in den großen Häuserblocks zwischen den Boulevards Panepistimíou und Stadíou. Voller Leben zeigen sich der Flohmarkt und die Markthallen. Eine ganz neue Einkaufsgegend für Leder, Schuhe und Antiquitäten ist das alte Industrieviertel Psirrí.
Neben diesem Einkaufsdreieck für jeden Geldbeutel gibt es auch in Athen ein vornehmeres Geschäftsviertel mit besonders exklusiven Boutiquen und Läden. Es ist vom Síntagma-Platz nur wenige Schritte entfernt, nennt sich Kolonáki und erstreckt sich von diesem Platz bis an den Hang des Likavittós. Hier, in der Voukourestíou, der Sína-, Skoufá-, Kanári- und der Tsakálof-Straße trifft sich die Athener Gesellschaft auch in Kunstgalerien, hier kaufen die betuchten Athener vorwiegend italienische und französische, aber auch griechische Designermode, hier finden sich einige der berühmtesten und teuersten Juweliere der Stadt.
Kaufhäuser im mitteleuropäischen Sinn gibt es in Athen kaum. Dafür aber ein Luxuskaufhaus, dass sich mit Harrod's und Lafayette durchaus messen kann: das Attica nahe dem Síntagma-Platz.
Souvenirgeschäfte tgl. 9-22 Uhr, andere Geschäfte Mo, Mi, Sa ca. 8-15 Uhr, Di, Do, Fr 8.30-14 u. 17-20 Uhr, wenn nicht anders angegeben
Ikonen
Alte Ikonen dürfen nicht ausgeführt werden. Echte neue Ikonen bekommen Sie in den Devotionalienläden bei der Kirche Mitrópolis.
Juweliere
In Athen gibt es mehr als 3000 Schmuckgeschäfte und Juweliere. Die vornehmsten Geschäfte konzentrieren sich aufs Kolonáki-Viertel und insbesondere auf die Odós Voukourestíou. Dagegen sind die Schmuckgeschäfte in der Odós Pandróssou nahe dem Monastiráki-Platz in der Pláka stärker auf Urlauber ausgerichtet. Die einfachen Athener kaufen ihren Schmuck in der Odós Lékka, einer Seitenstraße der Odós Ermoú nahe dem Síntagma-Platz. Hier haben sich vor allem Silberschmiede aus der nordgriechischen Stadt Ioánnina niedergelassen.
Kioske
Kioske stehen in Athen an jedem Platz und an vielen Straßenkreuzungen. Sie sind meist von frühmorgens bis spätabends durchgehend geöffnet und bieten alles, was man unerwartet brauchen könnte: Zigaretten und Streichhölzer ebenso wie Aspirin, Seife und Shampoo oder Kondome. Im Stadtzentrum gibt es darüber hinaus oft auch ausländische Zeitungen und Zeitschriften.
Kunstgalerien
Athen hat inzwischen etwa 50 Kunstgalerien. Die meisten von ihnen sind nicht älter als zehn Jahre. Moderne griechische Kunst kommt im Land in Mode, ist im Ausland jedoch noch weitgehend unbekannt. Die meisten und die besten Galerien sind in den Stadtteilen Kolonáki und Kifissiá zu finden.