Mainz war schon immer Medienstadt: wo Johannes Gutenberg um 1450 den Buchdruck erfand, sitzen heute große Fernseh- und Rundfunkanstalten wie das Zweite Deutsche Fernsehen. Dass der Stadt, die so oft am Puls der Zeit liegt, dennoch ein verstaubtes Image anhaftet, liegt wohl an ihrer langen Geschichte, und an den prächtigen Denkmälern, die von ihr zeugen. Bereits vor Christi Geburt errichteten die am Rhein Halt machenden Römer im heutigen Stadtgebiet ein Legionslager. Später wurde Mainz zum Bischofssitz – über seine Bedeutung lässt der mächtige Mainzer Dom keinen Zweifel – dann Zentrum der Reichspolitik Friedrich Barbarossas. Seine Blütezeit erlebte Mainz aber erst als „freie Stadt“, in der das Bürgertum und der Handel boomten – ein Spaziergang durch die von Fachwerkshäusern gesäumten Gassen der Altstadt erweckt den Eindruck, dass sich seither nichts getan hat. Natürlich ist das ein Trugbild. Das Gutenberg-Museum, eine Pflichtstation jedes Mainz-Besuchs, vermittelt heute in multimedialer Weise, wie die Lettern einst das Laufen lernten.
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