Von Barock bis Bunte Republik
Um Dresden zu erkunden, reicht ein Tag nicht aus, auch wenn es auf den ersten Blick so aussehen mag: Die gerade mal einen halben Quadratkilometer große historische Altstadt können Sie in wenigen Stunden locker „ablaufen“. Dann haben Sie all die hier versammelten Sehenswürdigkeiten gesehen. Von außen.
Wer Dresden wirklich kennen lernen will, muss tiefer eintauchen. Vor der Sixtinischen Madonna stehen, über das Blaue Wunder gehen und abends in einer Hinterhofkneipe der Neustadt einen Schoppen Wein trinken.
Bau- und Kulturdenkmäler wie die Frauenkirche, der Zwinger oder die Semperoper stehen in der Gunst der Besucher aus aller Welt ganz oben. Gleiches gilt längst auch für die berühmtesten der mehr als 40 Dresdner Museen. Viele der Sammlungen haben ihren Ursprung in der um 1560 von Kurfürst August gegründeten Dresdner Kunstkammer. Später sorgten vor allem August der Starke und sein Sohn, Friedrich August II., für eine maßgebliche Erweiterung der Bestände. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gehören heute zu den bedeutendsten Museen der Welt. Die Museen der Stadt Dresden vereinen acht Einrichtungen, darunter das Stadtmuseum, das Kügelgenhaus, das Carl-Maria-von-Weber-Museum und die Technischen Sammlungen Dresden (http://www.museen-dresden.de | 2-Tageskarte für alle Einrichtungen 10 Euro).
In der Bombennacht des 13. Februar 1945 wurden die meisten innerstädtischen Museen zerstört oder schwer beschädigt. Ihre Schätze erlebten eine beispiellose Odyssee. Sie begann mit der Auslagerung in Bergwerksstollen oder Landschlösser zum Schutz vor Kriegseinwirkungen, setzte sich fort mit der Beschlagnahme und dem Abtransport durch die Rote Armee und fand in den meisten Fällen ihr glückliches Ende in der Rückgabe an die DDR ab Mitte der 1950er-Jahre. Nach der Wende wurden viele Museumsbauten aufwändig saniert. Großen Zuspruch findet die im Juli stattfindende Museumssommernacht, mit bis nach Mitternacht geöffneten Ausstellungen, zahlreichen Veranstaltungen und einem Shuttleverkehr mit historischen Bussen und Straßenbahnen.
Wer das Pflichtprogramm - die historische Altstadt - absolviert hat, sollte sich unbedingt noch in anderen Stadtteilen umsehen. Auch dort gibt es viel zu entdecken: die Reste bürgerlich-barocken Glanzes in der Inneren Neustadt, ein Gründerzeitviertel mit Kultstatus in der Äußeren Neustadt, Schlösser inmitten von Weinbergen, mondäne Villen und idyllische alte Dorfkerne, weite Elbauen - und noch mehr Museen.