Manchmal leidet Bern. Dann nämlich, wenn ein Ausländer zu sehr vom Glanz Zürichs, von der Grandiosität Luzerns und von der Weltläufigkeit Genfs schwärmt. Doch das Leiden währt nicht allzu lange. Denn die Berner sind stolz, in ihrer Stadt zu leben, die sie selbst nie als Großstadt bezeichnen würden. Dabei ist sie es selbstverständlich - mit ihren zahlreichen Möglichkeiten. Bleiben wir beim Buchstaben B: Bern ist also Bundeshauptstadt (127 000 Ew.); Bern ist darüber hinaus auch Bummelstadt zum Einkaufen, Bärenstadt wegen des Bären als Wahrzeichen und Brunnen- sowie Brückenstadt. Bern ist mit den vielen Geranien außerdem eine Blumenstadt sowie eine Bohemestadt der Künstler und Studenten. Es heißt auch, dass die Menschen in Bern in ihrem Kopf, dem »Bärner Gring«, noch schweizerischer, Spötter sagen langsamer, sind als andere Schweizer. Das stört die Menschen der Hauptstadt nicht, die auf ihre gut erhaltene Altstadt stolz sein können. Hinzu kommt, dass man von fast jedem Punkt der Stadt in kürzester Zeit an der von üppigem Grün umgebenen Aare ist, dem Fluss, der die Berner Altstadt in einer langen Schlaufe umfließt. Im Sommer lädt die Aare zu einem Flussbad ein. Und im Lorrainebad, das gleich neben dem Fluss mit Quellwasser gespeist wird, trifft man »tout Bern«. Im Übrigen können die Berner mit Fug und Recht auf eine gewisse Pfiffigkeit verweisen. So verwandelt sich z. B. der sonst verwaiste Waisenhausplatz dank der Berner Ludothek, die verschiedene Spiele zur Verfügung stellt, von Ende Mai bis Mitte September jeden Samstagabend zu einem beliebten Abendspielplatz.
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