Heute existieren in diesem wüstenahnlichen Tal nur noch die Fossilien eines einst üppigen marinen Ökosystems.
Das Wadi al-Hitan ist ein Trockental (Wadi) im Gouvernorat Fayyum im Westen Ägyptens. Es gehört seit 2005 zum UNESCO-Weltnaturerbe.
Das „Tal der Wale“, in dem man sich nur zu Fuß bewegen kann, liegt südwestlich der Hauptstadt Kairo. Hier finden sich zahlreiche fossile Überreste einer frühen, ausgestorbenen Unterordnung der Wale („Archaeoceti“). Das Tal wurde für Autos abgesperrt, da zu viele wertvolle fossile Funde überfahren und zerstört wurden (laut WDR 5, Leonardo, 30.08.2007).
Vor rund 40 Millionen Jahren befand sich hier während des Eozäns rund zwei Millionen Jahre lang das Tethysmeer. Dann hoben tektonische Kräfte das Gelände an und das Meer wurde zurückgedrängt. Die Überreste der Meeresbewohner waren in Sedimenten eingebettet. Heute kann man in dem acht Quadratkilometer großen Gelände die versteinerten Skelette von primitiven Walen, Haifischzähne, Muscheln und Korallen sowie weitere Spuren vergangenen marinen Lebens entdecken. Auch versteinerte Mangrovenwurzeln aus jener Epoche sind zu finden.
Von besonderem Interesse sind die Walskelette – insgesamt 250 Exemplare wurden bisher ausgemacht. Es handelt sich um Überreste der Gattung Basilosaurus („Königsechse“). Die ersten Knochen von Basilosaurus wurden 1830 in den USA gefunden und irrtümlich für die Reste eines Reptils gehalten. Der englische Anatom Richard Owen erkannte jedoch, dass es sich um ein Säugetier handelte und schlug eine Umbenennung in Zeuglodon („Jochzahn“) vor. Doch nach dem Prioritätsprinzip gilt der ältere Name, wenn auch „Zeuglodon“ ein häufig verwendetes Synonym blieb. Das Wadi al-Hitan wird deswegen auch „Wadi Zeuglodon“ genannt. (...)
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