Chez Leon steht in erster Linie für eines: Moules-Frites. Seit 1893 wird hier die belgische Leibspeise – in Gemüsesud gegarte Miesmuscheln mit Pommes Frites – im Topf serviert. Für viele etwas gewöhnungsbedürftig, doch es schmeckt wirklich lecker. Wie überall in der vor Lokalen platzenden „Fressmeile“ Rue des Bouchers, wenige Gehminuten von der Grand Place, ist man auch im Chez Leon nicht vor touristischer Massenabfertigung gefeit.
Und doch ist in der über hundert Jahre alten Restaurant-Institution alles anders: Man betritt ein schier unglaubliches Irrenhaus aus mehreren Dutzend herumwieselnden Kellnern, im Flur vergessenen japanischen Touristen-Gruppen und lärmenden Stammrunden. Wer einen Tisch bekommt, kann sich schon mal glücklich schätzen – wer nach dem Aufsuchen der Toilette wieder zurückfindet, noch viel mehr. Der vordere Teil des Chez Leon (die alte „Friture Leon“) ist ganz im kantinenartigen Kachelambiente gehalten – andere Bereiche des labyrinthartig verschachtelten, zweistöckigen Lokals zieren Holz- Spiegelvertäfelungen, historische Fotos und diverse Gästebuch-Eintragungen. Dort saßen schon Berühmtheiten wie Jaques Brel vor ihren triefenden Fritten.
Chaos? Ja! Doch es ist ein Chaos im Zeichen der Gourmetküche. Das Essen schmeckt vorzüglich, die Kellner besitzen Schlagfertigkeit und meistern fast alle Situationen mit Humor. Natürlich hält Chez Leon neben Muscheln auch andere Klassiker der belgischen Küche hoch – z.B. in Brüsseler Kirschbier geschmortes Kaninchen (Lapin à la Kriek). Ausgeschenkt wird übrigens das hauseigene Leon-Bier.
Hol dir die besten Infos zu Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Hotels in Brüssel - gratis zum Download!
Jetzt Herunterladen




Chez Léon Videos