Herz des Kaiserreichs - mit Lipizzanern und Nationalbibliothek
Über 600 Jahre lang, von der Belehnung des Habsburgers Rudolf I. mit den österreichischen Ländern (1276) bis zum Rücktritt Kaiser Karls (1918), war „die Burg“ die Residenz des österreichischen Herrscherhauses. Anfangs eine vergleichsweise kleine Burg, wuchs sie im Lauf der Jahrhunderte parallel mit der Macht und dem Reich ihrer Bewohner zu einem vielfach verschachtelten Gebäudekomplex, der heute 18 Trakte und 19 Höfe umfasst. Ältester Teil ist der Schweizerhof, von dem aus man die Schatzkammer und die im Kern gotische Burgkapelle betritt.
Schöpfungen des 16. Jhs. sind die Stallburg, der Amalientrakt und das rot-schwarz-goldene Schweizertor am Eingang zu dem gleichnamigen Hof. Im 17. Jh. entstand der Leopoldinische Trakt und im 18. Jh. unter der Leitung von Johann Lukas von Hildebrandt und Joseph Emanuel Fischer von Erlach der Reichskanzleitrakt. Vater und Sohn Fischer von Erlach schufen auch die Winterreitschule, in der die Lipizzaner ihre Künste vollführen, sowie die Nationalbibliothek, deren barocker Prunksaal mit seiner gewaltigen Kuppel vielfach als schönster Bibliothekssaal der Welt bezeichnet wird. Der Michaelertrakt wurde Ende des 19. Jhs. vollendet. Als Letztes folgte 1891-1913 die Neue Burg als Teil eines viel größeren Erweiterungsprojekts, dessen Verwirklichung der Erste Weltkrieg verhinderte.
Von den insgesamt rund 2500 Räumen dieses steinernen Labyrinths ist nur ein Bruchteil zu besichtigen. Da sind zum einen die Kaiserappartements samt neuem Sisi-Museum sowie die Silberkammer, die beide vom Kuppelraum des Michaelertrakts aus zu erreichen sind. Dann die Schatzkammer, die Burgkapelle, der Prunksaal der Nationalbibliothek, die Spanische Reitschule und schließlich, in der Neuen Burg, die zum Kunsthistorischen Museum gehörige Hofjagd- und Rüstkammer, die Sammlung alter Musikinstrumente und das Ephesosmuseum.
Außerdem sind in der Hofburg heute die Kanzlei des Bundespräsidenten, ein viel frequentiertes Kongresszentrum, diverse Ämter, Privat- und Dienstwohnungen sowie - in der Fußgängerpassage zwischen Burghof und Heldenplatz - einige Läden untergebracht. Michaelerplatz, Josefsplatz, Heldenplatz, Ballhausplatz. Nationalbibliothek, Josefsplatz 1 Eintritt 5 Euro Straßenbahn D, J, 1, 2 Burgring, Bus 2 A, 3 A, U 1, U 2, U 4 Karlsplatz, U 3 Herrengasse...





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