Mondän am Mittelmeer
Filmstars und millionenschwere Yachtbesitzer haben das Bild von Cannes geprägt – die Interrail-Touristen und die Sprachschüler, die mit ihren Französisch-Lektionen auch ein wenig vom Glanz der Côte d’Azur mitbekommen wollen, bestimmen die Atmosphäre am Boulevard de la Croisette, der Flaniermeile am Strand von Cannes, aber ebenfalls. Besser als im großen, von sozialen Problemen geplagten Nizza verdichtet sich in Cannes alles, was einen von Tradition und Lebenskultur getränkten Mittelmeer-Badeort ausmacht. Alte Herren, die im Sand das Kugelspiel Boule spielen, gehören ebenso zum Stadt- bzw. Strandbild wie verliebte Paare, Aufreißer und herausgeputzte Gäste auf dem Weg ins Casino. Abseits des Festival- und Kongressrummels, der immer neue Besucher in die Luxushotels und an die Croisette spült, kann Cannes ein recht beschaulicher Ort sein – ein Spaziergang auf die Burg La Castre, die auf einer Landzunge westlich der Croisette sitzt, ist der beste Weg, um zu etwas Distanz und einem schönen Ausblick zu gelangen. Ein weiterer lohnender Ausflug führt per Fährboot zur Île St. Margerite und zum Musée de la Mer, wo unter anderem die Gefängniszelle zu bestaunen ist, in der der „Mann mit der Eisernen Maske“, ein anonymer, geheimnisumwitterter Häftling zur Zeit Ludwigs XIV., eingekerkert war.

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