Die schräg hinter der Staatsoper liegende Albertina erfuhr in den letzten Jahren die erstaunlichste Renaissance aller Wiener Kunstmuseen. Maria-Theresia-Schwiegersohn Albert von Sachsen-Teschen begründete das Haus im 18. Jahrhundert. Erst in den letzten Jahren stieg die bedeutende, aber schwach frequentierte erzherzogliche Grafiksammlung zum Star der österreichischen Museumsszene und zur international renommierten Kunstadresse mit Schick-Faktor auf.
Das Rezept scheint denkbar einfach und ist doch mutig: mit Direktor Klaus Albrecht Schröder übernahm ein Kunsthistoriker mit Manager-Qualitäten die Geschicke des Hauses. Das barocke Habsburger-Palais wurde modern saniert, das Publikum mit spektakulären Blockbuster-Ausstellungen zu ganz großen Namen der europäischen Kunst gelockt. Glänzend vermarktete Sonderschauen, von Michelangelo und Dürer bis Picasso und Warhol, verfehlten ihre Wirkung nicht. Die Albertina war 2011 zum wiederholten Mal Österreichs meistbesuchtes Museum. 2007 nahm sie mit der Sammlung Batliner zudem eine der bedeutendsten Sammlungen der europäischen Moderne auf. Schlüsselwerke des Impressionismus bis zur Gegenwartskunst gehören nun dauerhaft zum Museumsbestand. Kunst-Muffel erfreuen sich an den zugänglichen habsburgischen Prunkräumen und der angeschlossenen Szene-Gastronomie.
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