In der alten Donaumonarchie galt es keinesfalls als Privileg, hierher versetzt zu werden. Zu sehr stand St. Pölten damals im Ruf des Provinziellen. Daran änderte sich so lange nur wenig, bis das Barockstädtchen an der Traisen 1986 per Volksabstimmung überraschend zur niederösterreichischen Landeshauptstadt (51000 Ew.) gewählt wurde. Seither ist das St. Pöltener Selbstbewusstsein wesentlich gestiegen, obwohl die Einwohner der Stadt auch schon vorher wenig Grund für Minderwertigkeitskomplexe gehabt hätten. Denn welche Stadt kann schon von sich behaupten, dass ihr Jakob Prandtauer, Österreichs ohne Frage berühmtester Barockbaumeister, den baulichen Stempel aufgedrückt hat?
In einem spannenden Kontrast dazu stehen die in den vergangenen Jahren errichteten öffentlichen Bauten wie z. B. das Landhaus. Der neu entstandene Kulturbezirk mit Festpielhaus, Klangturm (Mai-Nov. Di-So 10-18 Uhr, Eintritt frei), Landesbibliothek und Landesarchiv hat zeitgenössische Architektur in die Stadt gebracht.
Der Tourismuszug fährt gratis durch die barocke Innenstadt (April bis Okt. Do-Sa 10-18 Uhr ab Touristeninformation Rathausplatz)
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