Gourmetmetropole und Imbisshauptstadt
Einfach und deftig: Dass Schweden lange Zeit ein armes Bauernland war, in dem es nicht um besondere Gaumenfreuden ging, sondern darum, satt zu werden, erkennen Sie noch immer an der einheimischen Küche. Kartoffeln, Fleisch (gerne Wild) und Fisch (besonders Hering und Lachs in allen Variationen) gehören traditionell zur schwedischen Hausmannskost.
Frisches Gemüse stand kaum auf dem Speiseplan, im hohen Norden ließen sich höchstens Rote Bete, Möhren und anderes Wurzelgemüse anbauen. Doch die Zeiten haben sich geändert, und inzwischen haben viele Starköche das Land kulinarisch interessant gemacht. Mit moderner schwedischer Küche gewinnen sie heute internationale Wettbewerbe - nicht zuletzt dank erstklassiger Zutaten aus schwedischen Gewässern, von schwedischen Wiesen und aus schwedischen Wäldern. Die Gerichte wurden dem Trend angepasst, sind leichter, kreativer und exklusiver geworden. Deshalb haben sie auch ihren Preis. Doch auch für wenig Geld können Sie in Stockholm gut essen. Die 1500 Restaurants der Stadt bieten Gerichte für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel. Darunter auch: das berühmte schwedische smörgåsbord, ein üppiges Buffet voller kalter und warmer Köstlichkeiten, vor allem Fisch.
Die Stockholmer essen relativ früh zu Mittag (lunch), schon ab 11.30 Uhr. Auch Cafés servieren oft kleine Lunchgerichte. Das Abendessen, das irreführenderweise middag heißt, gibt es in Stockholm ebenfalls früher als in anderen Ländern, nämlich zu Hause schon zwischen 17 und 18 Uhr, im Restaurant auch später. Die Stockholmer gehen sehr gern zum Essen aus, auch wochentags. Die Lokale sind deshalb oft überfüllt, unbedingt reservieren! Viele Restaurants sind samstagmittags, sonntags sowie in den schwedischen Sommerferien zwischen Ende Juli und Ende August geschlossen, manche legen zwischen Mittag- und Abendessen eine Pause ein; schon deshalb sollten Sie vorher anrufen. Der Platz im Restaurant wird Ihnen üblicherweise vom hovmästare, dem Oberkellner, zugewiesen. Rauchen ist in Cafés und Restaurants verboten.
Das Leitungswasser (kranvatten) ist von sehr guter Qualität; Sie können es unbesorgt trinken. Die Preise für Wein und Bier sind für deutsche Verhältnisse ziemlich hoch, für ein Glas Wein müssen Sie mit mindestens 9 Euro rechnen, ein Glas Bier kostet mindestens 6 Euro. Starker Kaffee wird in Schweden sehr viel getrunken, auch noch spätabends. In vielen Cafés - meistens Selbstbedienung - bezahlen Sie für eine Tasse Filterkaffee (bryggkaffe) und dürfen sich dann nachholen (påtår), so oft Sie wollen.
Übrigens: In Schweden bedankt man sich nach dem Essen mit einem tack för maten (Danke fürs Essen), nicht nur wenn man eingeladen wurde, sondern auch in der Familie!