Historische Pracht und die meisten schönen Glasfenster in Prag
Der Hradschin ist das größte zusammenhängende Burgareal der Welt, dennoch ist er an manchen Tagen zu klein für die vielen Besucher.Über 1 Mio. Touristen strömen Jahr für Jahr durch den imposanten Komplex, der auf einem etwa 70 m hohen Hügel über der Stadt thront. Einst Residenz böhmischer Fürsten und Könige ist der Hradschin seit 1918 Sitz des Staatspräsidenten
Dass die Burg nicht nur ein Zentrum weltlicher, sondern auch kirchlicher Macht ist, demonstrieren die 96 m hoch in den Himmel ragenden Doppeltürme des St-.Veits-Doms. Doch für das wohl atheistischste Volk Europas ist es alles andere als selbstverständlich, dass der gotische Sakralbau der katholischen Kirche gehört. Viele Tschechen sehen in dem Dom ein Nationalheiligtum. Schließlich liegt hier nicht nur der große böhmische König Karl IV. begraben, sondern auch die bedeutendsten seiner Nachfolger. Soll der Staat oder die Kirche das Gotteshaus besitzen? Der Rechtsstreit dauert an.
Die Baugeschichte des Doms begann schon 1344, wurde aber erst 1929 abgeschlossen. Erster von Karl IV. ernannter Baumeister war der Franzose Matthias von Arras. Nach dessen Tod wurde 1352 Peter Parler, der damals 23-jährige Architekt aus Schwäbisch Gmünd, mit der Fortsetzung der Arbeit beauftragt. Dieser gestaltete in den folgenden 46 Jahren das südliche Querschiff und den Chor. Nach Parlers Tod (1399) verschleppten die Hussitenkriege die Bauarbeiten, und erst 1892 wurden die beiden 82 m hohen Westtürme beendet. Der knapp 100 m hohe Hauptturm wurde gotisch begonnen, im Renaissancestil weitergebaut und barock beendet. Die stilwidrige Kupferspitze sollte vorläufig sein, doch das Provisorium hält bis heute.
Im Dom sah Parlers Plan kein Buntglasfenster vor, doch passt die mächtige Rosette („Die Erschaffung der Welt“) mit einer Fläche von 100 m² kongenial zu seiner Arbeit. František Kysela setzte sie 1921 aus mindestens 27000 Gläsern zusammen. Bemerkenswert ist auch das Fenster „Kyrill und Method“ in der dritten Kapelle - die Auftragsarbeit einer Bank wurde vom Jugendstilkünstler Alfons Mucha angefertigt.
Ein besonders wertvoller Schatz lagert über der St. Wenzelskapelle gleich neben dem Südportal: die Krönungsinsignien. Nur ganz selten (zuletzt 2003, nun voraussichtlich wieder 2008) werden sie ausgestellt. Sieben Schlösser, deren Schlüssel unter anderem der Staatspräsident, der Prager Erzbischof und der Oberbürgermeister hüten, sichern die Kronkammer. | Kathedrale/Glockenturm März-Okt. Mo-Sa 9-17, So 12-17 Uhr, Nov.-Feb., Mo-Sa 9-16, So 12-16 Uhr | Eintritt frei...


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