Jul
3
2009
Nach einer mehr oder weniger durchwachten Nacht aufzuwachen und festzustellen, dass man an just jenem Tag noch 10 Stunden zu Fuß gehen muss, sind keine idealen Voraussetzungen für eine Wallfahrt. Aber von vorne. Verspricht man eine Wallfahrt, so muss man diese auch machen. Ich glaube, es gibt keine genauen Zeitangaben, in denen man sich zu bewegen hat. solange man es nicht ganz von der To-Do-Liste streicht. In meinem Fall bin ich nun nicht ganz sicher, ob ich mein Versprechen nun eingelöst habe, oder nicht, aber auch dazu später.
Ein neuer Job steht an, nur noch wenige Tage darf ich dem Dolce Farniente des zurückgekehrten Weltreisenden frönen. Tage, in denen unter anderem auch das Unternehmen Wallfahrt vonstatten gehen soll. Die Route ist im Internet schnell gefunden, ein Datum weniger schnell, aber schlussendlich auch. Samstag früh soll es oder besser, wir, in Perchtoldsdorf losgehen, Dienstag Abend und 120 Kilometer später sollte man eigentlich in Mariazell ankommen.Die Tage vor dem großen Hatsch gestalten sich dann doch etwas hektisch. Funktionelle Kleidung, Pläne, Karten, Wetterberichte, Organisatiorisches aller Art, Hotel und Pensionszimmer müssen gefunden werden, Schuhe und Socken eingetragen, und die Rückfahrt organisiert sein.
Leicht gestalten sich dabei Punkte wie „Socken eintragen", oder die Reservierung in den Hotels. Schwieriger: die Schuhe. Die Schuhe, die mir meine Mutter schickt, kommen aufgrund einer nicht ganz richtig geschriebenen Adresse später als geplant an. Der Etappenplan ist dann am Freitag abend zwar vorhanden, die Karten sind aber so verschwommen ausgedruckt, dass wir bei vielen Bergen und Orten die Namen nur nach Länge des Wortes raten können. Auch die Beschaffung eines Rucksacks erweist sich als schwieriger als gedacht, schlussendlich ist aber alles beisammen. Freitag Abend soll eigentlich ein ruhiger werden, aufgrund der Eigenschaften der an der Handlung beteiligten Personen wird es das Gegenteil. Als kleines Zuckerl ist da noch ein Flohmarkt, der vor meiner Tür ab 4 Uhr morgens losgeht, sowie Schlafstörungen und so sind die zwei eigentlich Hochmotivierten eher sehr müde aussehende, fußlahme so eben mal nach Hause gekommenen Nachtschwärmer.


