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	<title>tripwolf &#124; blog</title>
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	<description>Der offizielle tripwolf blog</description>
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		<title>Cuzco &#8211; mehr als nur Machu Picchu</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 12:52:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Urlaub]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwischen der durch den Humboldtstrom erwärmten Küste bis zur trockensten Wüste der Erde, der Atacama-Wüste: Peru, das im Westen Südamerikas gelegene Land, gleicht fast einem Mini-Kontinent, der eine unglaubliche Vielzahl an Sprachen, Traditionen, dem größten See der Welt, dem Titicaca See und jede Menge verschiedenste Tiere beherbergt. Hier gibt es für jeden etwas zu sehen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img style='float: left; margin-right: 10px; border: none;' src='http://www.gravatar.com/avatar.php?gravatar_id=302093adb36686ff9ab8eb4cb92deac1&amp;default=http://use.perl.org/images/pix.gif' alt='No Gravatar' width=40 height=40/><p>Zwischen der durch den Humboldtstrom erwärmten Küste bis zur trockensten Wüste der Erde, der Atacama-Wüste: <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/616/Peru">Peru</a>, das im Westen Südamerikas gelegene Land, gleicht fast einem Mini-Kontinent, der eine unglaubliche Vielzahl an Sprachen, Traditionen, dem größten See der Welt, dem <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/575040/Peru/Lake-Titicaca-Region">Titicaca</a> See und jede Menge verschiedenste Tiere beherbergt. Hier gibt es für jeden etwas zu sehen, zu erleben oder zu entdecken.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-799" title="Bild 1" src="http://www.tripwolf.com/de/blog/wp-content/uploads/2009/11/Bild-1-500x376.png" alt="Bild 1" width="500" height="376" /></p>
<p>Peru versteckt seine Tempel im Jungel, wilde Flüsse fließen durch Cuzco, der Amazonas ist die Heimat von Shamanen, hohen Bergen wie dem <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/298978/Peru/Machu-Picchu">Machu Picchu</a> und heißen, tropischen Regenwäldern. <strong>Die beste Zeit, nach Peru zu fahren ist Juni bis August, wenn man auf die Berge will.</strong> Im Winter, zwischen Dezember und März ist es sehr nass da oben, im Süden und damit im Jungel regent es sowieso das ganze Jahr. Da das Land so viele Sehenswürdigkeiten beherbergt, möchte ich mich hier auf die kulturell (Inkas!) und sportliche (Berge!) Region Cuzcos beschränken.</p>
<p><strong>Älter sind nur die Götter&#8230;</strong></p>
<p><strong><span id="more-752"></span><br />
</strong></p>
<p>Der Sage nach wurde die Gegend in grauer Vorzeit von den Tampus, einem Volk der Quechua-Indianer, bewohnt. Sie sollen die ersten Menschen gewesen sein – älter seien nur die Götter. Die Hauptstadt der gleichnamigen Region und der Provinz Cusco im Zentrum des peruanischen Andenhochlandes. Sie liegt in 3.416 m Höhe und hat etwa 320.000 Einwohner.</p>
<p>Die Stadt ist in erster Linie deswegen eines der ersten Anlaufsplätze für Touristen, da hier die berühmte Stadt und gleichzeitiges Weltkulturerbe Machu Picchu liegt. Dieser beeindruckende, um 1450 erbaute Ort umfasste damals 216 steinerne Bauten, die mit einem System von Treppen verbunden waren. Etwa 3.000 Stufen sind heute noch erhalten, ebenso wie die Außenmauern der zum Teil mehrgeschossigen Wohnbauten.</p>
<p>Die Region bietet aber nicht nur Kulturfans ziemlich viel Material, sondern auch Bergsteiger, die eine wirklich sagenhafte Aussicht sehen wollen, kommen auf ihre Kosten:</p>
<p>Die Inkas waren ein schlaues Volk (man glaubt heute sogar, dass die Bewohner mit Hilfe von Terrassen in luftiger Höhe Ackerbau betrieben) und bauten versteckte Kurierpfade durch ihr Reich, auch zwischen der Hauptstadt Cuzco und Machu Picchu. Ein Teil dieser Strecke von etwa 40 Kilometern gilt bei Alpinisten heute als Geheimtipp: es gilt, frühzeitig zu buchen, denn die Regierung hat die Zahl der Wanderer beschränkt. Übernachtet wird im Zelt, den Proviant haben die Begleiter dabei. Die Strecke führt bis auf 4200 Meter Höhe. Nachts kann es kalt werden, und tagsüber brennt die Hochlandsonne. (Als Anfänger sollte man die Tour nicht machen.)</p>
<p>Für die Tour zum Machu Picchu sollte man ein wenig Zeit einplanen, nämlich mindestenss 3 Tage. Auf dem Weg von Cuzco nach <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/605282/Peru/Aguas-Calientes">Aguas Calientes</a>, dem Ausgangspunkt für einen Besuch in Machu Picchu, gibt es noch andere lohnende Ausflugsziele, wie <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/605024/Peru/Pisac">Pisac</a>, <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/389004/Peru/Ollantaytambo">Ollantaytambo</a> oder <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/298981/Peru/Chinchero">Chinchero</a>!</p>
<p>Außerdem kann man in Cuzco die Ruinen von <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/17347/Peru/Cusco/Sacsayhuman">Sacsayhuamán</a> besichtigen: Dieses unglabliche Denkmal, bestehend aus riesigen Steinquadern, wurde von den Inka-Erbauern genau aufeinander abgestimmt und bündig neben- und aufeinander gesetzt. Saqsaywaman erreicht man zu Fuß von der Plaza de Armas in 30 Minuten &#8211; der Ausflug ist jedoch nichts fürs faule Fußvolk: Die Treppen befinden sich auf über 3.400m über dem Meer und da wird die Luft dünn!</p>
<p>Was den Inkas und dort ansässigen Leuten gegen Höhenkrankheit hilft? In Hotels bekommt man den traditionellen Aufguß aus Koka-Blättern.</p>
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		<title>tripwolf Update</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 10:55:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>avqu</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[tripwolf verändert sich ständig und will allen Usern die besten Reise-Tipps bieten! Viele dieser Änderungen passieren natürlich im stillem Kämmerlein, also quasi hinter dem, was ihr seht und nutzt &#8211; da geht es um Performance, also Schnelligkeit und viel neuen Content, der ständig hinzugefügt und editiert wird. Außerdem gibt es viele Änderungen, die sehr sichtbar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img style='float: left; margin-right: 10px; border: none;' src='http://www.gravatar.com/avatar.php?gravatar_id=2dd0e16574d5b3c9442a52c1598b9626&amp;default=http://use.perl.org/images/pix.gif' alt='No Gravatar' width=40 height=40/><p>tripwolf verändert sich ständig und will allen Usern die besten Reise-Tipps bieten! Viele dieser Änderungen passieren natürlich im stillem Kämmerlein, also quasi hinter dem, was ihr seht und nutzt &#8211; da geht es um Performance, also Schnelligkeit und viel neuen Content, der ständig hinzugefügt und editiert wird. Außerdem gibt es viele Änderungen, die sehr sichtbar sind und von denen ihr direkten Nutzen ziehen könnt.</p>
<p><strong>Ihr könnt zum Beispiel nicht nur Hotels sondern auch Flüge buchen: </strong>auf der deutschen tripwolf Seite können wir euch  durch die Kooperation mit Swoodoo eine super Flugsuchmaschine bieten.</p>
<p><strong>Außerdem könnt ihr mit tripwofl eure Trips planen:</strong> Manchmal braucht man eine Karte, um die nächste Reise zu visualisieren: Dabei ist es gar nicht wichtig, ob es sich dabei um ein Wochenende in <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/8229/Polen/Warschau">Warschau</a> handelt oder eine Rucksacktour durch <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/6493/Nepal/Kathmandu">Kathmandu</a>. Wir bieten mit unserer Trip Sektion eine tolle Möglichkeit, genau diese Routen festzuhalten. Du kannst sie dann speichern, ausdrucken, den Link Freunden als Inspiration schicken oder einfach nur dein Know-How mit der Community teilen.</p>
<p><strong>Last but not least ist folgendes sehr wichtig: Wir stehen aufs Reisen und wir stehen auf tripwolf.  Also, wenn ihr uns irgendwas zu sagen habt, Ideen einbringen oder für diesen Blog schreiben wollt, sagt bescheid! </strong></p>
<p><strong>Uns gibt es natürlich auch auf <a href="httphttp://www.facebook.com/tripwolf">facebook</a> und <a href="http://twitter.com/tripwolfDE">twitter</a>!</strong></p>
<p><strong><a href="http://www.tripwolf.com/en/traveler/user/2795/avq">Alexandra, tripwolf</a></strong></p>
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		<title>Das balinesische Ende vom Leben &#8211; ein Freundenfest!</title>
		<link>http://www.tripwolf.com/de/blog/2009/11/06/das-balinesische-ende-vom-leben-ein-freundenfest/</link>
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		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 14:37:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Als ich von meinen balinesischen Freunden zu einer Cremation Ceremony (Begräbnis- oder besser gesagt Einäscherungszeremonie) geschickt wurde, mit dem Hinweis auf &#8220;Sehenswürdigkeit&#8221;, wusste ich nicht was auf mich zukam. Zeremoniellen Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem Tod wohnt unsererseits ja nicht unbedingt freiwillig bei, aber ich sollte eines Besseren belehrt werden. Nämlich, dass das Ende vom [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img style='float: left; margin-right: 10px; border: none;' src='http://www.gravatar.com/avatar.php?gravatar_id=681279af2af8ba6e582acb5ce3f5035c&amp;default=http://use.perl.org/images/pix.gif' alt='No Gravatar' width=40 height=40/><p>Als ich von meinen balinesischen Freunden zu einer Cremation Ceremony (Begräbnis- oder besser gesagt Einäscherungszeremonie) geschickt wurde, mit dem Hinweis auf &#8220;Sehenswürdigkeit&#8221;, wusste ich nicht was auf mich zukam. Zeremoniellen Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem Tod wohnt unsererseits ja nicht unbedingt freiwillig bei, aber ich sollte eines Besseren belehrt werden. Nämlich, dass das Ende vom Leben kein Anlass zur Trauer sein muss, sondern zur Freude, und somit ein Grund ist gemeinsam zu feiern.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-788" title="bali_cremation02" src="http://www.tripwolf.com/de/blog/wp-content/uploads/2009/11/bali_cremation02.jpg" alt="bali_cremation02" width="500" height="375" /></p>
<p>Nach dem balinesischen Hindusimus sind Geburt und Tod Intervalle eines endlosen Lebens, die Kremation dient zur heiligsten Pflicht, nämlich die Seelen von der Last alles Irdischen zu lösen.<br />
Verstorbene werden bis zur Verbrennung an einem heiligen Ort, also in einem Tempel, im einbalsamierten Zustand aufgebahrt, mitunter für längere Zeit, da sich nicht jeder die kostspielige Kremation leisten kann und es daher oft zu Massenverbrennungen kommt. Ein Balinese hat mir ein solches Ereignis mit der Bezeichnung &#8220;Big Barbecue&#8221; übersetzt, was verdeutlicht, das auch Humor im Zusammenhang mit dem Tod nicht als pietätlos gilt.</p>
<p>Ich hatte das Glück, die Kremations-Zeremonie von 3 Mitgliedern einer royalen Familie zu sehen, umso beeindruckender, weil besonders prunkvoll, war meine erste, überraschende Erfahrung mit einem freudvollen Lebensende, die ich mit Worten zu beschreiben versuche.</p>
<p><span id="more-783"></span></p>
<p>Auf meinem Weg hin zum Ausgangspunkt der Prozession, stieß ich auf abgesperrte Straßen, die bereits von zahlreichen, festlich gekleidete Balinesen und schaulustigen Touristen bevölkert waren. Ich habe mich vorab nicht über den Ablauf der Zeremonie erkundigt und wusste demnach auch nicht, dass die 3 kunstvoll gestalteten schwarzen Stiere in Lebensgröße, die auf Bambusrohren montiert, von je 20 Mann getragen, auf mich zukamen, die sogenannten Verbrennungstiere sind, also jene &#8220;Behälter&#8221; in denen die Verstorbenen zu Asche werden. Je nach Kastenzugehörigkeit, variieren diese Tiere in Rasse und Dimenson. Sie führen den Festzug an, der vom Haustempel der Verstorbenen, zum Bestattungsstempel führt.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-789" title="bali_cremation01" src="http://www.tripwolf.com/de/blog/wp-content/uploads/2009/11/bali_cremation01.jpg" alt="bali_cremation01" width="500" height="375" /></p>
<p>Beim Ausgangspunkt, dem Haustempel, standen 2 Türme bereit, ebenso auf Bambus montiert, aber mindestens doppelt dimensioniert, darunter je ca. 60 Männer in Transportbereitschaft. Das Gewicht dieser eigens von Hand gebauten, prachtvoll dekorierten Türme, die sicher 10 Meter in den Himmel ragten, wage ich gar nicht zu schätzen. Lauter Trommelschlag. Plötzlich kam alles in Bewegung. Aus dem Tempel gingen die nächsten Angehörigen mit Opfergaben, gefolgt von einer Gruppe Männern, die den ersten Holzsarg über eine Bambusrampe in den obersten Stock des Turms beförderten. Der zweite Sarg fand auch noch Platz, der dritte wurde in die Höhe des zweiten Turms platziert. Die Musik, gespielt von Gruppen junger Balinesen, wurde immer lauter, lebendiger, fröhlicher. Die vielen Menschen ringsrum schienen aufgeregt und gespannt. Ich war es auch.<br />
Jetzt nahm die Prozession im wahrsten Sinne des Wortes ihren Lauf. Mit Schreikommandos hoben die Männer die undenkbar schweren Türme auf, inklusive den darauf platzierten Priestern. Bevor sie damit die Straße Richtung Verbrennungstempel entlang liefen, wurden sie in maximaler Geschwindigkeit drei mal im Kreis gedreht &#8211; um die Dämonen zu verwirren und ihnen die Chance verwehren, die Toten zu verfolgen. Übrigens wurden die Stromleitungen auf der Straße extra verhängt, sonst gäbe es für die überdimensionalen Konstrukte kein Durchkommen.</p>
<p>In Folge kommen die Männer mit den Türmen ca. 30 Meter weit, bevor sie die Last absetzen müssen, um wieder Kraft zu schöpfen. Die Mittagssonne brennt, Helfer stehen am Straßenrand und beschütten die Träger mit Wasser, auf halber Strecke steht sogar ein Feuerwehrwagen, der die Menge mit dem Wasserschlauch erfrischt. Der Festzug nahm unglaubliche Dimensionen an, die Menschen laufen mit, rufen, schreien, feuern die Turmträger an. Ich mittendrin, aufgeregt und überwältigt von diesem mitreißenden Spektakel. Nach ein paar hundert Metern stand eine Gruppe von Männern zur Trage-Ablöse bereit, ihre Freude endlich Anpacken zu dürfen, stand ihnen ins Gesicht geschrieben.</p>
<p>Nach 2 Stunden ist der Zug am nächsten Schauplatz angelangt, dem Bestattungs- bzw. Verbrennungstempel. Menschen tümmeln sich, der Geruch von frischen Saté-Spießen liegt in der Luft, dazwischen versuchen Balinesen den Touristen, die für die Teilnahme an der Zeremonie brav einen Sarong angelegt haben, einen weiteren zu verkaufen.</p>
<p>Am Vorplatz wird gesägt und unmontiert, die Verbrennungsstiere auf eine Bühne drapiert. Die Särge werden aus den Türmen geholt und in die hohlen Bäuche der Stiere verfrachtet. Darauf betten die Angehörigen Opfergaben an die Verstorbenen und Götter. Diese Prozedur nimmt eine eine weitere Stunde in Anspruch, bevor der Höhepunkt der Zeremonie beginnt. Unter den Tieren werden Gasbrenner postiert. Plötzlich wird es noch heißer. Die Tiere fangen Feuer, Flammen steigen empor, es knisteret und kracht, die Bühnen- und Tierkonstrukte fallen zusammen. Der Anblick dieses Infernos im gleißenden Sonnenlicht raubt mir den Atem. Die Menschen ringsrum schauen und staunen, es ist ruhig geworden. Die Menge beginnt sich langsam aufzulösen, nur wenige verfolgen die Verbrennung bis zum Ende. Natürlich gehöre auch ich zu ihnen und so kann ich mitansehen, wie einer der Körper sichtbar wird, weil er in den metallenen Bauch des Tiers gefallen ist und dem Feuer trotzt. Er will nicht verbrennen. Die Gasflamme wird höher gedreht und dennoch dauert es noch eine Weile, bis er verschwindet. Ob dieser Mann sich nicht vom Irdischen lösen wollte?</p>
<p>Stunden später wird die erkaltete Asche eingesammelt. Der Reinung durch das Feuer folgt noch die durch Wasser. Bis auf einen kleinen Rest, wird sie zur letzten Läuterung dem Meer übergeben. Die Angehörigen sind über die Aschenreste noch immer mit dem Verstorbenen verbunden, alle Hinwendung gilt nun seiner Seele, bevor ein zweites Fest der Seelenreinigung stattfindet, um den endgültigen Abschied zu vollziehen.</p>
<p>Ich werde dieses Erlebnis nie vergessen und kann nur jedem Bali-Besucher empfehlen, die Gelegenheit einer Cremation-Ceremony wahrzunehmen. Von all den wundervollen Zeremonien ist jene wohl die höchste, sie transportiert balinesischen Geist und Glauben, Lebenseinstellung, Kreativität und Schöpfungskraft im beeindruckendsten Ausmaß. Und wenn ich dann mal gestorben bin, wünsch ich mir auch ein Fest wie dieses.</p>
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		<title>Spotte den Touri &#8211; Stereotypen auf Reisen</title>
		<link>http://www.tripwolf.com/de/blog/2009/11/03/spotte-den-touri-stereotypen-auf-reisen/</link>
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		<pubDate>Tue, 03 Nov 2009 14:12:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>avqu</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer auf Mallorca war, weiß es. Wer in Rimini urlaubt, erkennt ihn. Wer schon mal im Sommer auf dem Roten Platz in Moskau spaziert ist, in Venedig eine Gondeltour gemacht hat, nach Phuket in Thailand geflogen ist oder einen All inclusive Urlaub in der Dom-Rep angetreten ist, kann ihn von anderen seiner Art unterscheiden. Den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img style='float: left; margin-right: 10px; border: none;' src='http://www.gravatar.com/avatar.php?gravatar_id=2dd0e16574d5b3c9442a52c1598b9626&amp;default=http://use.perl.org/images/pix.gif' alt='No Gravatar' width=40 height=40/><p>Wer auf <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/17734/Spanien/Mallorca">Mallorca</a> war, weiß es. Wer in <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/254713/Italien/Rimini">Rimini</a> urlaubt, erkennt ihn. Wer schon mal im Sommer auf dem <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/291265/Russland/Moskau/Roter-PlatzKrasnaja-Ploschtschad">Roten Platz in Moskau </a>spaziert ist, in <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/3291/Italien/Venedig">Venedig</a> eine Gondeltour gemacht hat, nach <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/307751/Thailand/Phuket">Phuket in Thailand</a> geflogen ist oder einen All inclusive Urlaub in der <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/492/Dominikanische-Republik">Dom-Rep</a> angetreten ist, kann ihn von anderen seiner Art unterscheiden. Den deutschen Touristen. Kaum ein Vertreter eines Landes wird in Europa so gerne angeprangert, wie der deutsche Tourist.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-769" title="white-socks-in-sandals-03" src="http://www.tripwolf.com/de/blog/wp-content/uploads/2009/11/white-socks-in-sandals-03-500x200.jpg" alt="white-socks-in-sandals-03" width="500" height="200" /></p>
<p>Er ist der, der um 5 Uhr aufsteht, um sein Handtuch erste Reihe fussfrei am Pool zu platzieren, der überpünktlich am All-Inclusive Buffet steht (morgens, mittags und abends) um bloß keine Mahlzeit zu verpassen. Der weiße Socken zu Sandalen trägt und stolz ist auf seine Handy-Gürtel-Tasche, seinen grellbunten Nylon-Rucksack sowie eine Tasche für die Kamera. Der gerne Hüte anzieht, die aussehen wie die Grausamkeiten, die uns Oma früher gehäkelt hat und die damals schon peinlich waren. Der immer und überall, auch im gefährlichsten Stadtteil <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/3415/Italien/Neapel">Neapels </a>eine große, nicht zu übersehende Stadtkarte mit sich herumträgt und sich immer und ohne mit der Wimper zu zucken als Tourist outet.</p>
<p>Aber da es anscheinend auch kein Volk gibt, welches sich so gern selbst kritisiert und sein eigenes Land schlecht macht, sollen auch  andere Klischees bedient werden: Denn nicht nur deutsche Touristen sind anhand ihrer optischen Merkmale erkennbar! Der Fairness halber möchte ich hier noch ein paar andere Volksgruppen und ihre Angewohnheiten auf Reisen portraitieren&#8230;.</p>
<p><em><strong>Italiener</strong></em></p>
<p>Sie lieben die Berge und gehen gern auf Städtetrips, denn Meer haben Sie genug im eigenen Land. Mit den neuesten Designer Turnschuhen ausgestattet, ihre wohlgeformten Beine in teure und mehrmals gebleichte und kunstvoll zerrissene Jeans gesteckt, findet man Sie im Sommer in <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/602262/Osterreich/Tirol">Tirol</a> oder in der nächsten Metropole, wo sie Museen und Sehenswürdigkeiten gerne lautstark diskutieren. Sie haben neben großem  Modeinteresse einen starken Bezug zu Ihrem PDA oder iPhone und scheuen sich nicht, diese durch lautstarkes Telefonieren zu propagieren, wenn nötig, muss die Oma am anderen Ende der Leitung herhalten. Der Italiener tritt meist als Pärchen oder in der Gruppe auf und legt viel Sorgfalt in sein Outfit als auch in die Gestaltung seiner Frisur.</p>
<p><em><strong>Schweden</strong></em></p>
<p>Die Schweden (auch die Norweger) sind ein großgewachsenes und modebewusstes Volk. Sie treten meist in Gruppen auf, wirken sonnig und offen und sprechen generell sehr gut englisch, was auch daran liegen mag, dass kaum jemand ihre Sprache spricht.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-774" title="Bild 2" src="http://www.tripwolf.com/de/blog/wp-content/uploads/2009/11/Bild-2.png" alt="Bild 2" width="400" height="338" /></p>
<p>Sie sind überall zu finden: in Städten wie <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/3204/Deutschland/Berlin">Berlin</a>, an Thailands Stränden, in afrikanischen Steppen, haben eine Vorliebe für coole neue Indie-Rock Bands und sind style-mäßig recht gut beraten. Da ihre Währung stark und ihre Länder teuer sind, ist es für Schweden und Norweger wohl günstiger, für Urlaub ins Ausland zu fahren. Im Gegensatz den meisten anderen Europäern ist selbst <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/1077/Frankreich/Paris">Paris</a> oder <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/3822/England/London">London</a> für sie finanziell keine Hürde. Die Skaninavier haben ein weiteres Erkennungsmerkmal: sie trinken gerne Alkohol und vertragen davon reichlich, auch die Mädels. Aber ganz im Gegensatz zu den nach wie vor eher katholischen südlichen Ländern, ist das für sie kein Grund, sich zu schämen.</p>
<p><em><strong>Engländer</strong></em></p>
<p>Wer schon auf <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/17734/Spanien/Mallorca">Mallorca</a> war und den Ballermann schrecklich fand, soll sich bloß nicht nach <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/389798/Spanien/Magaluf">Magaluf </a>wagen. Denn wer das gesehen hat, wird mental kaum noch an dem Bild vom stylischen London und den skinny Jeans tragenden Britpop Klischee festhalten können. Dass England nicht nur aus London besteht, lernen andere Europäer oft erst dann, wenn sie betrunkene Manchester United-Fans beim Feiern erlebt haben. Rotgesichtig, verbrannt, gerne betrunken. Britische Mädels erkennt man an ihrer ausgeprägten Vorliebe für Mini-Röcke und Tube-Tops (bauchfrei), und das unabhängig von ihrer Konfektionsgröße. Weniger ist mehr: offene Sandalen und das Fehlen von Strumphosen sind ein Fashion-Statement, von dem sich die Engländerin auch nicht im Winter abbringen lässt.</p>
<p><em><strong>Amerikaner</strong></em></p>
<p>Der Amerikaner trägt Shorts. Und kurzärmelige Hemden. Sie liebt lange Acryl-Nägel und beide finden einfach alles, was älter als 200 Jahre ist, toll. Städte wie <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/3221/Italien/Rom">Rom</a> oder <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/1534/Griechenland/Athen">Athen</a> versetzen sie nahezu in einen Schockzustand des Unglaubens. Das müssen sie auch den anderen Reisenden mitteilen &#8211; lautstark und ungefragt.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-775" title="Bild 3" src="http://www.tripwolf.com/de/blog/wp-content/uploads/2009/11/Bild-3.png" alt="Bild 3" width="400" height="271" /></p>
<p>Auch, wie chaotisch alles außerhalb der <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/675/USA">Staaten</a> ist und wie schrecklich es ist, dass man in manchen Ländern noch Rauchen darf und wie wenig service-orientiert die ortsansässigen Dienstleister sind. Amerikaner fahren gern in den Urlaub, um zu ihren Wurzeln zurückzukehren und erzählen jedem, der sich in Ihrer Nähe wiederfindet, dass ihr Ur-urgrßvater seinen Ursprung in <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/488/Tschechien">Tschechien</a> hatte und kurz vor dem ersten Weltkrieg in die USA flüchten konnte. Die amerikanischen Touristen finden sich gerne auf historischen Schauplätzen ein, <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/175885/Deutschland/Berlin/Haus-am-Checkpoint-Charlie">Checkpoint Charly</a> oder der <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/16014/Italien/Rom/Vatikanischen-Museen">Vatikan</a> sind ganz oben auf ihrer To-Do-Liste. Dort lassen Sie sich gerne ihren Geldbeutel klauen oder fallen auf billige Plagiate von Designersonnenbrillen rein.</p>
<p><strong>Aufruf:</strong></p>
<p><em>Ihr findet, dass das hier ganz schrecklich und politisch unkorrekt ist oder habt noch ein paar gute Vorschläge zu Österreichern, Spaniern, Franzosen oder Maoris?! Her damit und als Comments posten, die beste Ideen kommen in den nächsten Blogpost zu diesem Thema!</em></p>
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		<title>Malaysische Geschmackssache(n)</title>
		<link>http://www.tripwolf.com/de/blog/2009/10/29/malaysische-geschmackssachen/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Oct 2009 11:26:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Urlaub]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt Länder, Städte, Orte, die faszinieren, in denen man sich sofort zuhause fühlt, wo es einen immer wieder hinzieht. Dann gibt es jene, die ganz nett sind, eine willkommene Abwechslung, aber es reicht sie einmal im Leben gesehen zu haben, denn es gibt nichts, was einen nachhaltig begeistert. Zur dritten Kategorie zählen jene, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img style='float: left; margin-right: 10px; border: none;' src='http://www.gravatar.com/avatar.php?gravatar_id=681279af2af8ba6e582acb5ce3f5035c&amp;default=http://use.perl.org/images/pix.gif' alt='No Gravatar' width=40 height=40/><p>Es gibt Länder, Städte, Orte, die faszinieren, in denen man sich sofort zuhause fühlt, wo es einen immer wieder hinzieht. Dann gibt es jene, die ganz nett sind, eine willkommene Abwechslung, aber es reicht sie einmal im Leben gesehen zu haben, denn es gibt nichts, was einen nachhaltig begeistert. Zur dritten Kategorie zählen jene, die man am liebsten sofort wieder verlassen will, weil man sich nicht wohlfühlt, weil das Fremde keinen Reiz hat, weil weder Seele noch Auge Nahrung finden.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-756" title="malay_streets02" src="http://www.tripwolf.com/de/blog/wp-content/uploads/2009/10/malay_streets02-500x375.jpg" alt="malay_streets02" width="500" height="375" /></p>
<p>So ging es mir mit <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/573/Malaysia">Malaysia</a>. Ich sollte es eigentlich gar nicht pauschalisieren, weil ich abgesehen von der Insel <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/387074/Malaysia/Penang">Penang</a> im Westen, &#8220;nur&#8221; die Ostküste bereist habe und auch dort eher durchgerauscht bin, eben weil ich das Land vom ersten Augenblick an reizlos empfand, aber mein Bauchgefühl hat mir sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass dieses Land einfach nicht meines ist. Geschmackssache eben.</p>
<p>Erste Station von <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/640/Singapur">Singapur</a> kommend, war die paradiesisch beschriebene Insel Tioman. Bereits bei der Unterkunftsuche war die Luft draußen. Unsaubere, teure Mini-Hütten, zugehörige Anlagen und Restaurants absolut geschmacklos gestaltet, mäßig freundliche Einheimische und eine eigenartige Touristen-Ansammlung. Schöner breiter Sandstrand, klares Wasser, von Dschungel gesäumt &#8211; aber was hilft das, wenn der Ort NULL Flair hat? Mitunter kann ich als Sonnenstrandmeeranbeterin jegliche Störfaktoren ausblenden und mich einfach nur diesem Genuss hingeben, aber auch das hat dort aufgrund lästiger Sandfliegen nicht funktioniert.</p>
<p>Eigentlich war mir ja intuitiv danach, Malaysia gleich wieder zu verlassen, aber so radikal bin ich bei meinen Beurteilungen auch wieder nicht, also entschied ich mich für die Erkundung malayischen Stadtlebens.<br />
<a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/301368/Malaysia/Kuantan">Kuantan</a> an der Ostküste ist vollkommen uninteressant und frei von jeglicher Ästhethik, aufgrund dessen fand ich keinen Grund um mich dort länger als über Nacht aufzuhalten. Die Überlegung, infolge auf die bekannten <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/387093/Malaysia/Perhentian-Island">Perhentian Islands</a> zu fahren, die das malaysische Top-Touristenziel sind, wurde von einem Einheimischen für mich entschieden, der auch diese Inselgruppe im Vergleich zu thailändischen Trauminseln Sehenswürdigkeit absprach.<br />
Stattdessen machte ich mich auf den Weg Richtung <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/301346/Malaysia/Kota-Bharu">Kota Bharu</a>, der nördlichsten Stadt an der Ostküste. Den Zwischenstopp in <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/301359/Malaysia/Kuala-Terengganu">Kuala Terengganu</a> ersparte ich mir kurzerhand aufgrund wenig reizvoller Anblicke aus dem Busfenster, um mehr Offenheit für Kota Bharu aufzusparen, das laut Reiseführerauskunft ein guter Ort ist oder sein könnte, um in die malaysische Kultur einzutauchen. Räusper.Was ich vorfand war eine Mischung aus hässlichen, dreckigen Straßen und Häusern, unanppetitlichen Märkten und &#8220;Essensmöglichkeiten&#8221;, abstoßenden Geschäften, dazwischen Handyshops, Moscheen, Kentucky Fried Chicken und Mc Donalds, verschleierte Frauen und streng dreinblickende Männer, die mich musterten als wäre ich eine Aussätzige. Noch so ein Ort zum Davonrennen, noch so eine Konzentration an Geschmacklosigkeit, die für mich wirklich schwer zu ertragen war.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-757" title="market04" src="http://www.tripwolf.com/de/blog/wp-content/uploads/2009/10/market04-500x375.jpg" alt="market04" width="500" height="375" /></p>
<p>Ich hab versucht zu eruiren, warum ich mich in diesem Land so unwohl fühle, mit dem Ergebnis, dass es vorwiegend am massiven Ästhetik-Defizit liegen muss. Es gibt einfach nichts, was schön anzuschauen ist. Selbst die Natur bzw. Landschaft hat wenig reizvolles, man sieht vorwiegend flache Wälder und künstlich angelegte Palmenhaie.<br />
Der Islam, Malaysia&#8217;s Staatsreligion, trägt sicher auch zum Stimmungbild bei, besonders als Frau empfand ich zugegebenermaßen ein gewisses Unbehagen, ganz abgesehen davon, dass mir die Zwangsbeschallung in Form von monotonem Gebetsgesang, der laufend aus den Moscheen dringt, zugesetzt hat.</p>
<p>Anders ging es mir dann in <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/301439/Malaysia/George-Town">Georgetown</a>, auf der Insel Penang im Westen, die Stadt ist reizvoll und atmosphärisch, was man von jenen an der Ostküste nicht behaupten kann. Meine Malaysia-Erkundung habe ich nach dieser Station trotzdem abgebrochen und das Land wird mich mit großer Wahrscheinlichkeit auch nicht wieder sehen. Geschmackssache eben.</p>
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		<title>Städtetrips, die neuen Klassiker #1 &#8211; Ljubljana/Laibach</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Oct 2009 13:41:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichtlich]]></category>
		<category><![CDATA[Urlaub]]></category>

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		<description><![CDATA[Kaum ist es Mitte Oktober, kommt es einem vor, als ob der Sommer schon wieder weit hinter einem liegt. Schaut man aus dem Fenster, sieht man grau in grau, das Wetter am Wochenende lädt entweder zu langen Spaziergängen oder Dauerschlaf ein. Nicht gerade aufregend.

Allerdings gibt&#8217;s ja gottseidank die heißgeliebten Billig-Flieger und umweltfreundliche Zugverbindungen, die einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img style='float: left; margin-right: 10px; border: none;' src='http://www.gravatar.com/avatar.php?gravatar_id=302093adb36686ff9ab8eb4cb92deac1&amp;default=http://use.perl.org/images/pix.gif' alt='No Gravatar' width=40 height=40/><p>Kaum ist es Mitte Oktober, kommt es einem vor, als ob der Sommer schon wieder weit hinter einem liegt. Schaut man aus dem Fenster, sieht man grau in grau, das Wetter am Wochenende lädt entweder zu langen Spaziergängen oder Dauerschlaf ein. Nicht gerade aufregend.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-744" title="Bild 1" src="http://www.tripwolf.com/de/blog/wp-content/uploads/2009/10/Bild-1-499x379.png" alt="Bild 1" width="499" height="379" /></p>
<p>Allerdings gibt&#8217;s ja gottseidank die heißgeliebten Billig-Flieger und umweltfreundliche Zugverbindungen, die einen auch mal für ein Wochenende oder ein paar Tage in ganz neue Welten katapultieren, und zwar geographisch gesehen quasi um die Ecke. Lust auf was neues?<br />
Es muss nicht immer Paris, London, Amsterdam oder Berlin sein. Denn es gibt einige Städte, die sich einem vielleicht weniger aufdrängen, wenn man an einen Städtetrip denkt, die aber nicht minder sehens- und erlebenswert sind. tripwolf möchte euch ein paar Anregungen geben, diesmal für Slowenien&#8217;s Hauptstadt Ljubljana&#8230;</p>
<p><strong><span id="more-741"></span><br />
Ljubljana/Laibach &#8211; Eine lebendige Metropole mit der Atmosphäre einer Kleinstadt</strong></p>
<p>Der <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/293986/Slowenien/Laibach/Dom-St-Nikolaus-Stolnica-Sv-Nikolaj">St. Nikolaus Dom</a>, die <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/293991/Slowenien/Laibach/Galerie-der-Moderne-Moderna-galerija">Galerie der Moderne</a>, oder alles, was man rund um den <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/293994/Slowenien/Laibach/PreserenPlatz-Presernov-trg">Prešeren-Platz</a> zu sehen bekommt, nimmt einen sofort für die kleine aber feine Hauptstadt Sloweniens ein. Am schönsten  ist das Ufer und seine gebäude, sowie die <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/293975/Slowenien/Laibach/Dreibrucken-Tromostovje">Brücken</a> über die beiden Flüsse Save und Laibach. Schon immer war Ljubljanas Kultur und Lebensstil von zeitgenössischen Strömungen in Europa bestimmt, was sich auch heute noch in den Strassen der alten Stadt widerspiegelt: Ljubljana kann beispielsweise sehr stolz darauf sein, mit der 1701 gegründeten Academia Philharmonicorum eine der ältesten Philharmonien Europas zu haben.</p>
<p>Schlafen sollte man, wenn man früh genug bucht, im <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/293992/Slowenien/Laibach/Youth-Hostel-Celica">Youth Hostel Celica</a>. Die Jugendherberge im Clubareal Metlikovo mesto war früher ein Gefängnis. Die Zellen sind renoviert, aber noch original.Wer spät dran ist, kann auch auf das günstige aber nette Fluxus Hostel im Stadtzenttrum ausweichen und wer sich östlich schick niederlassen will, kann das m Hotel Lev tun, das behauptet, das einzige 5-Stern Etablissment im Lande zu sein. Ein bisschen ausserhalb liegt das</p>
<p><strong>Das slowenische Essen</strong> erfreut sich keiner großen Bekanntheit. Das liegt wohl daran, dass das kleine Land mitten zwischen Österreich, Ungarn und dem Balkan liegt und man sich durch deren  Einfluß einfach nie Gedankenüber die Kultivierung einer eigenen Küche gemacht hat. Wer jedoch trotzdem das Ambiente der Stadt &#8220;kosten&#8221; will, sollte ins <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/293976/Slowenien/Laibach/Gostilna-pri-Pavli">Gostilna pri Pavli</a> gehen &#8211; beide nicht gerade billig, aber den  Besuch wert. Wer am Nachmittag hungrig ist, oder einen kleinen Snack für zwischendurch braucht, ist im Bebo oder der <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/644770/Slowenien/Laibach/Paninoteka">Paninoteka</a> gut aufgehoben, den besten Cafe der Stadt gibt&#8217;s bei Cafetino in der Altstadt.</p>
<p>Spätabends und Nachts hat die Stadt auch einiges zu bieten. Großraum, laute Musik, eine junge Crowd und 80er und 90er Musik findet man im <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/293965/Slowenien/Laibach/Global">Global</a>, im Metelkova Mesto, einem ehemaligen (Plattenbau-)Gebäude der jugoslawischen Armee, kann man zwischen den Dancefloors herumtänzeln, den gothic anmutenden Gesängen der Band Laibach lauschen.</p>
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		<title>Europas östlichster Ort IV: Das tote Dorf</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Oct 2009 15:04:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joseph</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Urlaub]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Tag beginnt mit einer fast geschichtsphilosophischen Betrachtung des Igor Tanež’, 44 Jahre alt, Bewohner von Workuta: „In Russland gibt es keine Straßen. Nur Lichtungen“, sagt er, während sein Lada Niva, ein robuster Jeep, von einem Schlagloch ins nächste kracht. „Deswegen haben wir Russen auch den Krieg gewonnen. Weil es keine Straßen gibt. Die Deutschen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img style='float: left; margin-right: 10px; border: none;' src='http://www.gravatar.com/avatar.php?gravatar_id=f8ea5c3b2e1d59aae382c60750ff2866&amp;default=http://use.perl.org/images/pix.gif' alt='No Gravatar' width=40 height=40/><p>Der Tag beginnt mit einer fast geschichtsphilosophischen Betrachtung des Igor Tanež’, 44 Jahre alt, Bewohner von Workuta: „In Russland gibt es keine Straßen. Nur Lichtungen“, sagt er, während sein Lada Niva, ein robuster Jeep, von einem Schlagloch ins nächste kracht. „Deswegen haben wir Russen auch den Krieg gewonnen. Weil es keine Straßen gibt. Die Deutschen sind steckengeblieben. Die konnten das ja nicht wissen.“</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-732" title="DSC_0017" src="http://www.tripwolf.com/de/blog/wp-content/uploads/2009/09/DSC_0017-500x332.jpg" alt="DSC_0017" width="500" height="332" /></p>
<p><em>Wodkafrühstück: Igor Tanez, sein Niva, ein wenig Tundra-Schrott im Hintergrund</em></p>
<p>Die in diesem Weblog dargestellte Reise führte über <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/12500/Russland/Moskau" target="_blank">Moskau </a>in die heruntergekommene nordrussische Industriestadt <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/606657/Russland/Vorkuta" target="_blank">Workuta</a>. Jetzt erreicht sie ihr letztes Ziel: Khalmer-Ju, 70 Kilometer von der europäisch-russischen Eismeerküste entfernt. Der östlichste Ort Festlandeuropas.</p>
<p>Die Hinfahrt führt in Igors Niva durch die spätherbstliche Tundra, es schneit ein wenig, der Schlamm steht manchmal hüfthoch. Außerhalb Workutas stehen verfallene Kleinstädte, die einst um Kohlengruben errichtet wurden. Dazwischen aus Stahlrohren geschweißte Kreuze, Hunderte von ihnen. Das sind die Gräber jener Gulag-Häftlinge, an deren Namen man sich heute noch erinnern kann.</p>
<p><span id="more-659"></span></p>
<p>Früher fuhr zweimal täglich ein Zug von Workuta nach Khalmer-Ju. Die dortigen Bewohner waren hoch privilegierte Grubenarbeiter. Sie schürften nach Qualitätskohle, die zu wertvoll zum bloßen Verheizen war, also verarbeitete man sie in der Metallurgie. Die Grubenarbeiter von Khalmer-Ju verdienten fast einzigartig gut, was die Löhne der damaligen Sowjetunion betrifft. Zum Vergleich: Eine Lehrerin erhielt monatlich knapp 60 Rubel, ein normaler Grubenarbeiter 800 – ein Arbeiter aus Khalmer-Ju 2000 Rubel.</p>
<p>Es gab ein großes Bierhaus in Khalmer-Ju, ein Café namens „Weiße Nächte“, Restaurants, eine Bäckerei, alles für zirka 5000 Bewohner in der tiefsten Tundra. „Wenn die Leute aus Workuta nach Kahlmer-Ju fuhren“, erzählt Sergej Merslerkow, ein ehemaliger Bewohner von Khalmer-Ju, der heute in Workuta lebt, „dann sagten sie: ‚Mein Gott, ist das schön hier. Wie in einem anderen Land.’“</p>
<p>Igor überquert jetzt im Schritttempo eine baufällige Holzbrücke. Der schlammige Weg nach Khalmer-Ju war einmal die Tasse des Zugs, der längst nicht mehr fährt. Weit von ihr entfernt, am Horizont, stehen zwei große Zelte. Dort leben die halbnomadischen Nenzen, die Ureinwohner  der Region. Die Russen und die Nenzen betreiben Handel, die Nenzen kaufen Benzin, die Russen Rentierfleisch.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-731" title="DSC_0037" src="http://www.tripwolf.com/de/blog/wp-content/uploads/2009/09/DSC_0037-500x332.jpg" alt="DSC_0037" width="500" height="332" /></p>
<p><em>Die Zelte der Nenzen, der nordrussischen Ureinwohner, in der spätherbstlichen Tundra</em></p>
<p>Dann, nach zweieinhalbstündiger Fahrt, taucht am Ende der alten Trasse Khalmer-Ju auf.</p>
<p>Der Ort wurde im Jahr 1995 verlassen. Sechs Jahre vorher hatte die Kohlengrube von Kahlmer-Ju geschlossen, die einst für soviel Wohlstand im Ort gesorgt hatte. Am Ende lebten noch ungefähr 200 Menschen in Khalmer-Ju. Doch das neue demokratische Russland wollte die aufwändige Infrastruktur nicht aufrechterhalten. Daher kamen die Soldaten. Am 30. September 1995 fahre der letzte Zug nach Workuta, sagten sie zu den Bewohnern. „Wer dann noch hier ist, hat Pech gehabt.“</p>
<p>Tags darauf war Khalmer-Ju menschenleer.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-733" title="DSC_0061" src="http://www.tripwolf.com/de/blog/wp-content/uploads/2009/09/DSC_0061-500x332.jpg" alt="DSC_0061" width="500" height="332" /></p>
<p><em>Der Kinderspielplatz, im Hintergrund die ehemalige Ortsmitte</em></p>
<p>Wir fahren über die ehemalige „Ulica Lenina“, über der heute dicke Schicht Tundra-Schlamm liegt. Khalmer-Ju besteht aus stalinistischen Gebäuden aus den 40er-Jahren, daneben Plattenbauten aus der Ära Nikita Chruschtschows und Leonid Breschnews. Altmodisches Email-Geschirr und verbeultes Kinderspielzeug liegt im Schnee zwischen den Häusern. Im alten Kulturpalast, in dessen Foyer Igor zum Teekochen ein Lagerfeuer entzündet, liegt einen Blechschild mit der Aufschrift „CCCP“ am marmornen Boden. Draußen lehnt ein zweites an einem Betonpfeiler, das stolz den Forschritt der aus der Erde geholten Kohlenvolumina preist. An einem Plattenbau haben ehemaligen Bewohner von Khalmer-Ju ein Graffito hinterlassen: „Khalmer-Ju. Wir werden dich nicht vergessen. Ganz Russland gedenkt deiner.“</p>
<p>Am Ende des Ortes steht ein Wasserturm mit löchrigem Dach. An ihm fährt gerade ein Nenze vorbei, ein älterer Mann mit asiatischen Gesichtszügen, in einem hölzernen Schlitten, gezogen von fünf Rentieren, an deren Ohren und Mäulern bunte Bänder baumeln.</p>
<p>Igor holt mittlerweile sein Gewehr aus dem Niva-Kofferraum und schießt zwei Enten.</p>
<p>Nach dem Verlassen des Orts wären Plünderer gekommen, erzählt er. Sie wären  in die vernagelten Häuser eingedrungen, hätten viele von ihnen anschließend niedergebrannt. Heute aber gebe es hier nichts mehr zu holen. Jetzt sei der einzige Zweck von Kahlmer-Ju, dass es der russischen Luftwaffe als Übungsplatz diene. Manchmal würden Flugzeuge kommen, deren Piloten an den alten Mauern ihre Treffsicherheit abtesten.</p>
<p>Vor zwei Jahren fand zum Beispiel eine solche Übung statt. Damals schaffte es Khalmer-Ju kurz ins Licht der gesamtrussischen Öffentlichkeit. In einer groß angelegten Aktion, einer Art Schaustück, wurde der Kulturpalast bombardiert. Die erste Bombe verfehlte ihn, die zweite riss ein 20 Meter hohes Loch in seine Seitenwand.</p>
<p>Das sei damals eine große Sache gewesen, sagt Igor. Ein Zeichen dafür, dass es aufwärts gehe mit Russland. Dass das Land jetzt wieder wehrhaft sei, stabil, dazu fähig, dem Rest der Welt gleichberechtigt in die Augen zu blicken. Die Leute hätten triumphiert beim Anblick der Fernsehbilder des im Staub versinkenden Kulturpalasts.</p>
<p>Der Mann, der das Gebäude in Trümmer gelegt hat, ist auch außerhalb Russlands kein Unbekannter. Er gilt als Person, die Russland die neue Stärke gegeben hat. Als Person, die mit solch martialischen Gesten diese Stärke ausdrückt. Als Person, die nach westlicher Lesart Russland zurück in Richtung Diktatur führt.</p>
<p>Der Schütze war der damalige Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Wladimirowitsch Putin.</p>
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		<title>Magic Bali &#8211; Glauben, Götter und Dämonen</title>
		<link>http://www.tripwolf.com/de/blog/2009/10/14/magic-bali-glauben-gotter-und-damonen/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Oct 2009 12:05:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Urlaub]]></category>

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		<description><![CDATA[Es fällt mir schwer über Bali zu schreiben. Das heißt, eigentlich könnte ich stundenlang von der traumhaften Götterinsel schwärmen, weil sie das schönste und faszinierendste Stück Erde ist, das ich jemals gesehen habe, aber genau deswegen fehlen mir die Worte – vergleichbar mit dem mangelnden Artikulationsvermögen von Verliebten. Bali ist magisch und ja, ich bin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img style='float: left; margin-right: 10px; border: none;' src='http://www.gravatar.com/avatar.php?gravatar_id=681279af2af8ba6e582acb5ce3f5035c&amp;default=http://use.perl.org/images/pix.gif' alt='No Gravatar' width=40 height=40/><p>Es fällt mir schwer über <a href="../../guide/show/304996/Indonesien/Bali">Bali</a> zu schreiben. Das heißt, eigentlich könnte ich stundenlang von der traumhaften Götterinsel schwärmen, weil sie das schönste und faszinierendste Stück Erde ist, das ich jemals gesehen habe, aber genau deswegen fehlen mir die Worte – vergleichbar mit dem mangelnden Artikulationsvermögen von Verliebten. Bali ist magisch und ja, ich bin Bali verfallen, diese Insel hat alle meine Sinne berührt und mich auf der Stelle verzaubert.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-717" title="magicbali" src="http://www.tripwolf.com/de/blog/wp-content/uploads/2009/10/magicbali.jpg" alt="magicbali" width="500" height="375" /></p>
<p>Bali ist ein einziges tropisches Naturparadies. Auf vergleichsweise „engen“ 5.500 km2 sind sechs Vegetationszonen zu finden. Reisfelder, Wälder, Berge, Vulkane, Seen, Flüsse, Wasserfälle und das Meer – wohin man blickt, es raubt einem vor lauter berauschender Schönheit immer wieder den Atem.</p>
<p><span id="more-686"></span></p>
<p>Nicht umsonst wird Bali die Insel der Götter und Dämonen genannt, denn deren Einwohner glauben an jene Mächte und darüber hinaus ist ihre Religion, der balinesische Hinduismus, auch die Grundlage des Zusammenhalts von Familie und Dorfgemeinschaft. Diese Werte zählen hier nämlich noch, nein, sie stehen sogar an erster Stelle. Entsprechende Riten begleiten die Balinesen von der Geburt über den Tod hinaus und es ist absolut faszinierend, mit welcher Selbstverständlichkeit bzw. Überzeugung diese von uns Westlern mitunter fragwürdigen Traditionen bzw. Glaubensausprägungen gelebt werden.</p>
<p>Man hat anfangs den Eindruck, als kämen die Balinesen überhaupt nicht zum leben, vor lauter Religionsausübung in Form von täglich mehrmaligen Opfergaben, andauernden Festtagen, seien es solche zu Ehren bestimmter Götter oder Jubiläen von Tempeln, und damit verbundenen Zeremonien, die mitunter wochenlange Vorbereitungen mit sich bringen. Bis man realisiert, dass das deren Leben ist und es jenes eigentlich vereinfacht, weil die Menschen einen Fokus haben und zudem so viel vorherbestimmt ist.<br />
Das wunderbare an der religiösen Identifikation und Hingabe der Balinesen ist, dass diese immer festlich ausgelebt wird. Sogar der Tod wird farbenprächtig gefeiert und geht mit einer prunkvollen Prozession einher, die ganze Straßenzüge lahm legt.</p>
<p>Aus der Glaubenswelt und Lebensphilosophie schöpfen die Menschen auch künstlerische Ausdruckskraft, die ihresgleichen sucht. Tanz und Malerei, Holzschnitzerei, Bildhauerei, Maskenbildnerei – es gibt kaum Balinesen, die nichts Kreatives schaffen und so erschließt sich die Insel als wahres Paradies für Ästheten. Es ist einfach alles schön anzuschauen, geschmackvoll, formvollendet und, das schönste daran, aus Natur gemacht.</p>
<p>Der generell respektvolle Umgang mit Natur gründet im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Animismus">Animismus</a>, dem Glauben an die Beseeltheit der Natur, die sich durch Ereignisse ausdrückt, so mit den Menschen kommuniziert und einer kosmischen Ordnung unterliegt. Den guten Göttern und Geistern, die in der Höhe, auf den Bergen ihren Sitz haben, wirken zerstörerische Kräfte, die bösen Götter und Geister, die aus der Tiefe, vom Meer kommen, entgegen. Der Mensch, der zwischen Bergen und Meer lebt, ist ständig bemüht, mithilfe der unzähligen Riten und Opferungszeremonien einen Ausgleich dieser Kräfte herbeizuführen, um so zu Glück und Zufriedenheit zu gelangen.</p>
<p>Dieses Streben scheint im positivsten Sinne zu fruchten, ich bin noch nie mit durchwegs so strahlenden Menschen in Berührung gekommen. Die Balinesen lächeln immer, sind unglaublich freundlich und warmherzig, werden nie laut oder aggressiv und beklagen sich nicht über ihr wahrhaft einfaches Leben &#8211; als ob sie mit einem inneren Frieden geboren wären. Dieses Vermögen macht die von Natur aus schönen Menschen noch schöner.</p>
<p>Nach der Landwirtschaft ist der Tourismus die zweitgrößte Einnahmequelle der Balinesen und natürlich ist das in vielen Bereichen spürbar. Aber das ursprüngliche Bali mit seiner mystisch, magischen Atmosphäre ist noch weitestgehend vorhanden, man muss sich nur abseits der Touristenpfade bewegen, „aufmachen“ und sich mit allen Sinnen hingeben. Verzauberung garantiert!</p>
<p>Hilfreiche Wegweiser folgen demnächst an dieser Stelle.</p>
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		<title>Europas östlichster Ort III: Die Perle des Nordens</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Oct 2009 08:58:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joseph</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichtlich]]></category>
		<category><![CDATA[freizeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Workuta ist die klischeehafteste Oststadt, die man sich denken kann. Man muss sie eigentlich gar nicht beschreiben: bröckelnde Plattenbauten, schlammgefüllte Schlaglöcher, Fernsehantennenwälder, lecke Rohre, die brückenförmig Straßen überqueren. Man sollte sich das alles bis nur zur maximalen Östlichkeit gesteigert vor Augen führen.

&#8220;Friede der Welt&#8221;, schreit diese Hauswand
Auf den Fassaden rosten die alten Slogans der Sowjetunion, „CCCP“, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img style='float: left; margin-right: 10px; border: none;' src='http://www.gravatar.com/avatar.php?gravatar_id=f8ea5c3b2e1d59aae382c60750ff2866&amp;default=http://use.perl.org/images/pix.gif' alt='No Gravatar' width=40 height=40/><p><a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/606657/Russland/Vorkuta" target="_blank">Workuta </a>ist die klischeehafteste Oststadt, die man sich denken kann. Man muss sie eigentlich gar nicht beschreiben: bröckelnde Plattenbauten, schlammgefüllte Schlaglöcher, Fernsehantennenwälder, lecke Rohre, die brückenförmig Straßen überqueren. Man sollte sich das alles bis nur zur maximalen Östlichkeit gesteigert vor Augen führen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-702" title="DSC_0093" src="http://www.tripwolf.com/de/blog/wp-content/uploads/2009/09/DSC_0093.JPG" alt="DSC_0093" width="480" height="722" /></p>
<p><em>&#8220;Friede der Welt&#8221;, schreit diese Hauswand</em></p>
<p>Auf den Fassaden rosten die alten Slogans der Sowjetunion, „CCCP“, „Frieden der Welt“, „Kohle für das Mutterland“, „Workuta, Perle des Nordens“.</p>
<p><span id="more-648"></span></p>
<p>Workuta ist aber aus mehreren Gründen nicht nur einfach eine von vielen russischen Provinzstädten, die eben östlich anmuten:</p>
<p>Zum einen war sie zentraler Punkt des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Archipel_Gulag" target="_blank">Archipels Gulag</a>. Rund eine Million Zwangsarbeiter mussten hier Bahngleise verlegen oder in Kohlebergwerken arbeiten, ein Viertel davon starb an der Unterernährung und der Kälte bis zu minus 57 Grad.</p>
<p>Zum anderen sieht die hochnördliche <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tundra" target="_blank">Tundra</a>-Vegetation hier eigentlich kein sesshaftes Leben vor: Es gedeihen weder Bäume noch Genießbares. Bis in die 30er-Jahre lebten in dieser Region nur <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nenzen" target="_blank">Nenzen</a>, nomadische Ureinwohner, die mit ihren Rentieren herumzogen und Fische fingen.</p>
<p>Dann aber wollte Sowjetunion die neuentdeckten Kohlevorkommen ausbeuten und zog rasend schnell eine Stadt hoch. In den 60er-Jahren hatte Workuta mehr als eine Viertelmillion Einwohner – samt Theater, Fußballstadion, Park mit Seepromenade und Bergbau-Hochschule. Alles Notwendige wurde über die neue Bahnlinie aus dem Süden herangekarrt. Im Theater traten vor den Wachoffzieren die besten Schauspieler des berühmten Moskauer Bolschoi-Theaters auf, nachdem man sie zuvor hierher verschleppt hatte. Sie hatten das Theatergebäude selbst errichtet.</p>
<p>Heute hat Workuta 80.000 bis 100.000 Einwohner, zwei Drittel weniger als früher. Denn kaum war die Sowjetunion gefallen, begann auch Workuta zu sterben.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-703" title="DSC_0115 (2)" src="http://www.tripwolf.com/de/blog/wp-content/uploads/2009/09/DSC_0115-2-500x332.jpg" alt="DSC_0115 (2)" width="500" height="332" /></p>
<p><em>Stalins Pompeji: Auf der Stele prangten mal Hammer und Sichel. Im Gebäude dahinter erforschten Geologen den Permafrost-Boden</em></p>
<p>Workuta zeigt – vielleicht wie kein zweiter Ort auf der Welt – den Wahnsinn eines Systems, das bei der Verwirklichung seines Plansolls weder auf menschliche Ressourcen noch auf natürliche Bedingungen Rücksicht nahm. Es beweist, dass eine Stadt nicht funktionieren kann, die mit Zwang errichtet wurde und einzig und allein einem Zweck dient: (in diesem Fall) dem Kohlenabbau.</p>
<p>Daher verfällt Workuta samt Umland. Rund um die Stadt zieht sich eine 60 Kilometer lange Ring-Straße, an der einstmals Kohlebergwerke und dazugehörige Städte lagen. 20 Gruben waren es zu Sowjet-Zeiten, heute sind es noch vier. Die Orte heißen „Sowjet-Stadt“, „Nördliche Stadt“, „Konsomolzen-Stadt“ oder „Oktober“. In einigen von ihnen leben noch ein paar hundert Menschen. Ein Gutteil ist aber längst verlassen. Heute stehen ihre Ruinen in der baumlosen Tundra. Es sind große 60er-Plattenbauten, dazwischen ältere Gebäude aus der Ära Stalins, mit zerfallenden Balustraden, Säulenkolonnaden und einst mächtigen Eingangsportalen.</p>
<p>Workuta selbst hat eine Altstadt aus den 50er-Jahren. Sie liegt auf der anderen Seite eines gleichnamigen arktischen Flusses, man erreicht sie über eine haarsträubende Fußgängerbrücke, der viele Querlatten fehlen, sodass man halb kletternd über den breiten Fluss muss. Die Altstadt am anderen Ufer ist seit den Neunzigern verlassen. Sie sieht wie eine verlassene Dschungelstadt aus einem Roman von Rudyard Kipling aus, nur liegt sie in der Arktis. Auf dem Hauptplatz steht eine überwucherte Stele, die einmal Hammer und Sichel trug, dahinter die Säulen des ehemaligen Rathauses. Nicht weitab findet man Erdstollen, in denen die ersten Gulag-Gefangenen in Workuta zu vegetieren gezwungen waren. Heute spielen in der verlassenen Altstadt Kinder, manch Erwachsener geht zum Fluss angeln oder brät sich einen Lammspieß über dem Lagerfeuer.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-704" title="DSC_0109 (2)" src="http://www.tripwolf.com/de/blog/wp-content/uploads/2009/09/DSC_0109-2.JPG" alt="DSC_0109 (2)" width="480" height="722" /></p>
<p><em>Brücke über die &#8220;Workuta&#8221;. Die Einheimischen nennen dieses Holz-Stahl-Wunderwerk leicht zynisch &#8220;Brooklynski most&#8221; (&#8221;Brooklyn Bridge&#8221;)</em></p>
<p>Der östlichste Ort Festlandeuropas, Khalmer-Ju, ist eine weitere verlassene Stadt. Sie liegt allerdings nicht an der Ring-Straße, sondern weiter entfernt, etwa 70 Kilometer. Früher fuhr noch die Bahn nach Khalmer-Ju. Heute erreicht man seine Ruinen nur noch mit dem Jeep.</p>
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		<title>Europas östlichster Ort II: MOCKBA-BOPKYTA</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Oct 2009 11:23:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joseph</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
		<category><![CDATA[freizeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Der östlichste Ort Festlandeuropas liegt in der Nähe der Stadt Workuta in äußersten Norden Russlands. Von Moskau aus fährt ein Zug aus Sowjet-Tagen nach Workuta – zweimal täglich, die Fahrt dauert je 40 Stunden.

&#8220;Moskau-Workuta&#8221; fährt 40 Stunden lang durch die russische Pampa&#8230;
Wenn der Zug vom Jaroslawler Bahnhof losrollt, dann fühlt man sich schon weit von Moskau entfernt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img style='float: left; margin-right: 10px; border: none;' src='http://www.gravatar.com/avatar.php?gravatar_id=f8ea5c3b2e1d59aae382c60750ff2866&amp;default=http://use.perl.org/images/pix.gif' alt='No Gravatar' width=40 height=40/><p>Der östlichste Ort Festlandeuropas liegt in der Nähe der Stadt <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/606657/Russland/Vorkuta" target="_blank">Workuta </a>in äußersten Norden Russlands. Von <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/12500/Russland/Moskau" target="_blank">Moskau </a>aus fährt ein Zug aus Sowjet-Tagen nach Workuta – zweimal täglich, die Fahrt dauert je 40 Stunden.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-681" title="DSC_0005 (3)" src="http://www.tripwolf.com/de/blog/wp-content/uploads/2009/09/DSC_0005-3-500x332.jpg" alt="DSC_0005 (3)" width="500" height="332" /><em></em></p>
<p><em>&#8220;Moskau-Workuta&#8221; fährt 40 Stunden lang durch die russische Pampa&#8230;</em></p>
<p>Wenn der Zug vom Jaroslawler Bahnhof losrollt, dann fühlt man sich schon weit von Moskau entfernt. Im Waggon beginnt die Provinz. Die Leute packen Würste, Streichkäse der Marke „Freundschaft“, Schwarzeebeutel und chinesische Fertiggerichte auf die schmalen Tischchen der Viererabteile. Der Zug am Bahnsteig nebenan, der sich im selben Augenblick in Bewegung setzt, fährt nach <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/11753/Mongolei/Ulaanbaatar" target="_blank">Ulan-Bator</a>, in die Hauptstadt der Mongolei. Im Workuta-Zug holt ein Teenagermädchen derweil ein lebendes Kaninchen aus ihrer Tasche, damit ihr die nächsten 40 Stunden nicht langweilig wird.</p>
<p><span id="more-645"></span></p>
<p>Der Zug durchquert die Peripherie Moskaus, Schlafstädte und Gewerbegebiete, nochmals Schlafstädte und Gewerbegebiete, schließlich Birkenwälder. Die Stadt endet ganz klassisch, mit Lichtern im Dunkeln, die immer weniger werden und schließlich verschwinden. Stundenlang bleibt aber noch ihr weiteres Einzugsgebiet bestehen. Große und alte Städte wie <a href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/291223/Russland/Jaroslawl" target="_blank">Jaroslawl </a>ziehen vorbei, mit frisch renovierten Bahnhofsgebäuden, die dem einstigen Anspruch der sowjetischen Führung – den Bau von „Kathedralen fürs Volks“ – voll und ganz gerecht werden.</p>
<p>In russischen Zügen geht es familiär zu. Unser Abteil-Mitreisender, ein knapp 30-jähriger Russe, zieht sofort sein T-Shirt aus und fläzt sich breit auf die Lederpritsche. Manche Frauen im Waggon sitzen in Bikini-Oberteilen da, denn die Kohlenheizung des Zugs funktioniert mehr als ausgezeichnet. Auf Privatsphäre und körperliche Distanz wird – um es sanft auszudrücken – etwas weniger Wert gelegt als im Westen.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-682" title="DSC_0011 (3)" src="http://www.tripwolf.com/de/blog/wp-content/uploads/2009/09/DSC_0011-3-500x332.jpg" alt="DSC_0011 (3)" width="500" height="332" /><em></em></p>
<p><em>Stilleben auf Abteiltisch &#8211; samt realsozialistisch verschnörkseltem Teeglas</em></p>
<p>Das heiße Wasser für den Tee und die diversen Fertiggerichte kommt aus einem Samowar auf dem Gang. Er wird wie die Heizung mit Kohle betrieben. Wer bei der Waggonbegleiterin einen Tee bestellt, bekommt ihn in einer beeindruckend realsozialistischen Silbertasse - einem verschnörkselten Ding, in das Stiche verschiedener Moskauer Bahnhöfe und das Flügellogo der russischen Bahngesellschaft eingraviert sind.</p>
<p>Als Moskau 12 Stunden hinter uns liegt, ist Russland ganz und gar dörflich geworden. Die Menschen laufen jetzt zusammen, wenn <em>Mockba-Bopkyta</em> in einen Ort einfährt. Für viele Dörfer an der Strecke stellt der Zug die wichtigste Einkommensquelle dar. Dementsprechend drängen sich alte Frauen am Bahnsteig, die Kübel voll Ribiseln und Petersilstauden verkaufen. Panierter Fisch und Piroggen (das sind Kartoffeltäschchen) werden angeboten. Auf Lada-Motorhauben stapeln sich glasweise eingelegte Gurken und Pilze.</p>
<p>Die Zuggäste verzehren in ihren Abteilen ganze Brathühner, der Waggon beginnt danach intensiv nach allerlei Essbarem zu riechen. Man schläft neben einem panierten Fischkopf ein und wacht in Keksbröseln auf.</p>
<p>Inzwischen sind wir knapp 30 Stunden unterwegs. Die Landschaft wird sehr karg, irgendwo hier liegt der Polarkreis. Statt herbstgelbem Birkenwald wachsen jetzt nur noch Flechten und hohes Gras. „Unter jeder Schwelle ein Toter“, sagen die Leute über diesen Abschnitt der Strecke. Denn die Gleise wurden von Gulag-Zwangsarbeitern errichtet. Hunderttausende von ihnen starben an den schrecklichen Bedingungen.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-683" title="DSC_0026 (3)" src="http://www.tripwolf.com/de/blog/wp-content/uploads/2009/09/DSC_0026-3-500x332.jpg" alt="DSC_0026 (3)" width="500" height="332" /><em></em></p>
<p><em>Eine Babuschki am Dorfbahnsteig verkauft Gemüse</em></p>
<p>Wo der Zug jetzt noch hält, stehen Lenin-Statuen vor heruntergekommenen Bahnhöfen. Die Elektrolok wird durch eine Diesellok ersetzt, denn dieser Abschnitt ist noch nicht elektrifiziert. Vom Gangfenster aus, den Blick nach Osten gewendet, sieht man am Horizont die ersten Hügel des Uralgebirges. Dann fährt der Zug in Workuta ein.</p>
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