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Author Archives: Joseph

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Europas östlichster Ort IV: Das tote Dorf

Filed under Abenteuer, Urlaub
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Der Tag beginnt mit einer fast geschichtsphilosophischen Betrachtung des Igor Tanež’, 44 Jahre alt, Bewohner von Workuta: „In Russland gibt es keine Straßen. Nur Lichtungen“, sagt er, während sein Lada Niva, ein robuster Jeep, von einem Schlagloch ins nächste kracht. „Deswegen haben wir Russen auch den Krieg gewonnen. Weil es keine Straßen gibt. Die Deutschen sind steckengeblieben. Die konnten das ja nicht wissen.“

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Wodkafrühstück: Igor Tanez, sein Niva, ein wenig Tundra-Schrott im Hintergrund

Die in diesem Weblog dargestellte Reise führte über Moskau in die heruntergekommene nordrussische Industriestadt Workuta. Jetzt erreicht sie ihr letztes Ziel: Khalmer-Ju, 70 Kilometer von der europäisch-russischen Eismeerküste entfernt. Der östlichste Ort Festlandeuropas.

Die Hinfahrt führt in Igors Niva durch die spätherbstliche Tundra, es schneit ein wenig, der Schlamm steht manchmal hüfthoch. Außerhalb Workutas stehen verfallene Kleinstädte, die einst um Kohlengruben errichtet wurden. Dazwischen aus Stahlrohren geschweißte Kreuze, Hunderte von ihnen. Das sind die Gräber jener Gulag-Häftlinge, an deren Namen man sich heute noch erinnern kann.

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Europas östlichster Ort III: Die Perle des Nordens

Filed under Abenteuer, Geschichtlich, freizeit
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Workuta ist die klischeehafteste Oststadt, die man sich denken kann. Man muss sie eigentlich gar nicht beschreiben: bröckelnde Plattenbauten, schlammgefüllte Schlaglöcher, Fernsehantennenwälder, lecke Rohre, die brückenförmig Straßen überqueren. Man sollte sich das alles bis nur zur maximalen Östlichkeit gesteigert vor Augen führen.

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“Friede der Welt”, schreit diese Hauswand

Auf den Fassaden rosten die alten Slogans der Sowjetunion, „CCCP“, „Frieden der Welt“, „Kohle für das Mutterland“, „Workuta, Perle des Nordens“.

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Europas östlichster Ort II: MOCKBA-BOPKYTA

Filed under Abenteuer, freizeit
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Der östlichste Ort Festlandeuropas liegt in der Nähe der Stadt Workuta in äußersten Norden Russlands. Von Moskau aus fährt ein Zug aus Sowjet-Tagen nach Workuta – zweimal täglich, die Fahrt dauert je 40 Stunden.

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“Moskau-Workuta” fährt 40 Stunden lang durch die russische Pampa…

Wenn der Zug vom Jaroslawler Bahnhof losrollt, dann fühlt man sich schon weit von Moskau entfernt. Im Waggon beginnt die Provinz. Die Leute packen Würste, Streichkäse der Marke „Freundschaft“, Schwarzeebeutel und chinesische Fertiggerichte auf die schmalen Tischchen der Viererabteile. Der Zug am Bahnsteig nebenan, der sich im selben Augenblick in Bewegung setzt, fährt nach Ulan-Bator, in die Hauptstadt der Mongolei. Im Workuta-Zug holt ein Teenagermädchen derweil ein lebendes Kaninchen aus ihrer Tasche, damit ihr die nächsten 40 Stunden nicht langweilig wird.

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Europas östlichster Ort I: Sushi in Moskau

Filed under Abentheuer, Urlaub
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Sie sind mit Avocado umhüllt und mit Hüttenkäse gefüllt, und auf ihnen prangt noch eine dicke Schicht rotleuchtender Kaviar, ganz schön barock, diese Moskauer Sushi.

Ein Samstagabend im Altweibersommer, Moskau protzt. Die junge neue Mittel- und Oberschicht hat sich maximal herausgeputzt und promeniert die Twerskaja- und Arpad-Straße hinunter. Sie isst barocke Sushi, trinkt irisches Bier in Pubs, besucht teure Clubs oder spaßeshalber auch mal eine „Stolochwaja“ – ein kantinenartiges Retro-Lokal, in dem Warteschlangen, Automaten-Brause und altbackene Tischtuchmuster altes Sowjet-Flair verbreiten wollen.

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Sergej Kolosowskij, 28, Architekt, Teil der neuen Moskauer Mittelschicht

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Wo die Rentiere sind

Filed under Abentheuer, freizeit
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Man findet sie auf den Geröllhalden ums Dorf. Zwischen den parkenden Autos. Am Ufer der Barentsee. Sie schnüffeln an den Fensterbrettern und an den Stiegen der Hauseingänge. Sie stapfen in Rudeln durch die kalten Lacken von Gamvik.

rentiere-in-norwegenein rentier, ganz nah

Rentiere sind hier – am nördlichsten Zipfel von Norwegen – allgegenwärtig. Man kann aus einem beliebigen Fenster des Ortes blicken, im Normalfall wird man sie irgendwo herumstaksen sehen. Und am Ende des Sommer, wenn sie ihre Kälber geworfen haben, werden es noch mehr von ihnen sein. Sie vermehren sich wie die Karnickel.

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Der nördlichste Ort Europas, die zweite

Filed under Abentheuer, Urlaub
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Der höchste Norden steckt voller Geschichten und faszinierender Dinge, aber man sie suchen. Sie kommen nicht auf dem Präsentierteller, auf prachtvollen Boulevards oder in berühmten Galerien. Wenn man sie dann findet, ist es umso schöner.

gamvik-norway1Um Gamvik: Diese Landschaft ist sogar den sonst omnipräsenten Moskitos zu unwirtlich

Zum Beispiel die schon erwähnte Region Slettnes, rund um den Leuchtturm. Auf den ersten Blick eine riesige leere Tundralandschaft, mit Felsen, durchnässtem Moosteppich, blitzend weißen Stränden. Auf den zweiten Blick findet man hier den Spuren vielfältigster menschlicher Tätigkeiten. Read More »

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Ankunft in Gamvik

Filed under Urlaub
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Heute in Gamvik angekommen, dem nördlichsten Ort des europäischen Festlandes (denn das Nordkap samt dazugehöriger Gemeinde liegt auf der Insel Magerøya). Der erste der vier letzten Orte in Europa.

norway-midnight-sunEin See im finnischen Lappengebiet.

Allein die Fahrt hierher war aufschlussreich. Sieben Stunden von der finnischen Stadt Ivalo mit dem Mietwagen. Ivalo ist der infrastrukturelle Knotenpunkt im nordfinnischen Lappen-Gebiet und die nördlichste Stadt im Land, die die nationale Fluglinie anfliegt. Vom Flughaften abgesehen gibt’s hier drei Tankstellen, zwei Hotels, zwei Restaurants, drei Kreisverkehre und 3000 Einwohner. Ich hätte nicht gedacht, dass Stille so laut sein kann.

rentier-auf-der-fahrbahnRentier, vom Auto aus betrachtet…

Rund um Ivalo liegt Wald, hunderte Kilometer in jede Richtung. Weiter nördlich werden die Baumstämme dann dünner, die Bäume schließlich zu Büschen, zu Flechten, zu Moos. Alle drei Autostunden ein Ort mit zehn oder 15 Häusern. Am Ende, irgendwo südlich von Gamvik, besteht die Landschaft nur noch aus hügeliger Geröllwüste, mit Moos überwachsen und spiegelklaren kleinen Seen dazwischen. Read More »

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Ganz am Rand – Die letzten Orte von Europa

Filed under Allgemeines
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Die vier Orte, von denen in diesem Blog in nächster Zeit die Rede sein wird, haben rein gar nichts miteinander zu tun.

Oder doch?

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Drei von ihnen liegen am Meer. Der größte der Orte hat  17.000 Einwohner, der kleinste gar keinen (mehr). Drei von ihnen standen in den vergangenen 50 Jahren unter der Herrschaft von Diktaturen, obwohl nur einer im ehemaligen Warschauer Pakt liegt. Zwei sind katholisch geprägt, einer protestantisch, einer christlich-orthodox. Zwei von ihnen liegen in der polaren Klimazone, zwei in der gemäßigten. Im reichsten Ort beträgt das Bruttonationalprodukt circa 95.000 Dollar pro Einwohner, im ärmsten liegt es zehnmal darunter.

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